Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

16.03.06, 14-15 Uhr, Silke Bartel

Tel Aviv und Koscher

Ende letzten Jahres war ich für einige Zeit in Israel.In Israel habe ich Ruth besucht. Ruth ist eine Freundin und ist Anfang zwanzig, Jüdin und wohnt in Tel Aviv.

Tel Aviv ist eine tolle Stadt.  Tagsüber ist Tel Aviv so wie jede andere Stadt. Die Leute hetzen hin und her, gehen ihren Geschäften nach. Aber abends so ab 10 Uhr da steppt der Bär, da blüht die Stadt richtig auf
Und so wollten wir unseren Abend beginnen und Ruth schlug vor, dass wir das bei
Mc Donalds tun sollten. Und da war ich etwas irritiert. Weil  Ruth ist ja Jüdin und hält sich an die jüdischen Essvorschriften, also sie ist koscher und das ist etwas kompliziert. Man darf nichts Milchiges mit Fleischigem essen. Kein Schweinefleisch, also so Schweinegeschnetzeltes mit Rahmsoße: geht gar nicht.
Aber Ruth biss genüsslich in ihren Hamburger und sagte:
„Kuh“. Gut, mit dem Hamburger funktionierte das schon mal.
Mit dem Milchshake zum Hamburger dann wohl eher nicht. Aber Ruth zog aus ihrer Tasche ein Flasche Bier und sagte, dass zum Hamburger Bier sowieso am besten passt.
Na, dann konnte der Abend losgehen und ich? Ich hatte was gelernt.
Die  jüdischen Essensvorschrift sind wohl doch nicht so kompliziert wie ich gedacht hatte.

Sprecherin: Silke Bartel

 

Audiobeitrag Tel Aviv und Koscher


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