Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

02.03.06, 08-09 Uhr, Jost Klausmeier-Saß

Religion statt Schokolade

Also – bislang wusste ich: Schokolade ist lecker, pumpt in kurzer Zeit ziemlich viele Kalorien in den Körper, soll die Nerven beruhigen und im Gehirn manchmal für gute

Gefühle sorgen. Na ja – und bei vielen sorgt Schokolade ja auch offensichtlich für was Bleibendes auf den Hüften oder an den Zähnen.

Aber was ich jetzt über Schokolade entdeckt hab, hat mich doch ziemlich geärgert:
Liegen doch im Supermarkt drei Sorten, die nicht mehr „Haselnuss“, „Vollmilch“ oder „Marzipan“ heißen, sondern „Geborgenheit“, „Liebe“ und „Glück“!

Da versucht jemand, mir drei Grundnahrungsmittel meiner Seele als Schokolade zu verkaufen!
Geborgenheit mit Karamellgeschmack!
Und „Liebe“ soll nach Vanille schmecken, „Glück“ kommt als Milchcrème!
Glauben die, ich bin so naiv?

Wenn ich „Geborgenheit“ oder „Liebe“ suche, dann wende ich mich an Menschen, bei denen ich sie finden kann.

Und „Glück“ empfinde ich nicht nach drei Tafeln Schokolade, sondern wenn ich mal intensiv über mein Leben nachdenke und all das, was mir schon Schönes begegnet ist.

Geborgenheit, Liebe und Glück – das alles und noch viel mehr, findet man ohne Ende in der Religion und im Zusammenleben mit Menschen.
Und nicht in 100 Gramm Schokolade.

Sprecher: Michael Birgden 

Audiobeitrag Religion statt Schokolade


Druckversion

Suche

Sendungen der Woche

Sendungen am Sonntag

Sendungen im Fernsehen