Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

05.02.06, 7.45 Uhr, Eva Zoske-Dernóczi

Johnny Cash

Walk the line. Seinen Weg beibehalten. Wie schwer das ist, zeigt der gleichnamige Film, der vor wenigen Tagen in unseren Kinos gestartet ist. Er zollt einem Mann Tribut,

der als amerikanische Ikone bezeichnet werden kann. Der Film erzählt die Geschichte eines Menschen der stets auf der Seite derer stand, für die die Gesellschaft eigentlich keinen Platz vorsieht. Es geht um Johnny Cash. Vor drei Jahren starb die Country-Legende, die als zornige Stimme Amerikas bekannt wurde.

Seinen Ruhm hat er stets genutzt, um auf gesellschaftliche und soziale Probleme aufmerksam zu machen. Auch widmete er unzählige Songs den Menschen, die gebrochen sind, die sich nach Glaube und Erlösung sehnen. Und die, die seiner Meinung nach am meisten Hoffnung brauchen, suchte er persönlich auf.
Dafür nahm er in Kauf, dass sich andere darüber aufregten. Eine Filmszene aus „Walk the line“ zeigt das sehr eindrücklich. Johnny Cash streitet sich mit seinem Plattenboss über ein Konzert in einem Gefängnis:     

O-Ton Tim Ware: „Dylon spielt jetzt elektrisch, die Birds spielen elektrisch, die Beatles spielen elektrisch, alle spielen bloß noch elektrisch! Das heißt, er braucht einen neuen Sound! Und alles was „er“ will ist ein Live-Album zusammen mit seinen alten Zupfbrüdern in einem Hochsicherheitsgefängnis aufzunehmen! … Ihre Fans sind Kirchgänger, Johnny, Christen! Die wollen nicht, dass Sie für einen Haufen Mörder und Vergewaltiger spielen, um sie aufzuheitern!“

O-Ton Johnny Cash: „Tja, dann sind es keine Christen!“

(Presse-CD aus Kinofilm:“Walk the line“, Twentieth Century Fox, über Pressestelle Kosmos media, 50354 Hürth)

Autorin:
Jesus selbst ging zu den Menschen, die vom geradlinigen Weg abgekommen waren und genau das nahm Johnny Cash ernst. Er spielte nicht nur in diesem Gefängnis von Folsom, was durch sein Konzert berühmt wurde, sondern noch in vielen weiteren.

Auf Musik: Im Song geht es um die Liebe zu einer Frau. Sie ist der Grund, den eigenen Weg geradlinig gehen zu wollen. Betrachtet man Cashs ganzes Leben, kann man aber sehen, dass es auch um die Liebe zu Gott geht. 

Die Legende Johnny Cash.
Den einen war er zu fromm. Stetig und beharrlich nervte er seine Plattenbosse mit unkommerziellen Gospelsongs, nahm an Bibelstudien teil und produzierte sogar einen Kinofilm über Jesu Leben und Tod. Den anderen war er zu wild. Weil er trotz seines christlichen Glaubens nichts im Leben ausgelassen hat. Weil er am eigenen Leib erfuhr, wie schwer es ist, „seinen Weg beizubehalten“. Er  war abhängig von Alkohol und  Amphetaminen. Selbst als Johnny Cash clean war gab er zu, dass ihm die Drogen jeden Tag fehlen würden.

Trotzdem hat er es im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern seiner Zeit geschafft, die verheerenden Auswirkungen seiner Sucht, sowie all die Versuchungen des Star-Lebens hinter sich zu lassen. Es gelang ihm, sich selbst zu finden. Und dabei hat ihm nicht nur die Liebe zu seiner zweiten Frau June, sondern auch sein Glaube an Gott geholfen.

Musik:  „Walk the line“(CD: Johnny Cash: “Greatest Hits”, Song Nr. 1: “I walk the line”, LC: 0162) 

Audiobeitrag Johnny Cash


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