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Gott nicht auf die Probe stellen
Der Teufel, so erzählen es die Evangelisten Matthäus und Lukas, versucht Jesus dazu anzustiften, aus Steinen Brot zu zaubern. Er trifft ihn, als Jesus gerade von einer
vierzigtägigen Fastenzeit aus der Wüste zurückkommt, die er als Vorbereitung auf seinen Auftritt in der Öffentlichkeit hinter sich gebracht hatte. Der Teufel sieht, daß Jesus entkräftet ist, und meint, dies sei eine günstige Gelegenheit, um Jesus aufzuhalten. Wenn Du Gottes Sohn bist, dann kannst Du doch auch die Natur verzaubern, dann musst Du doch aus Steinen Brot machen können. Aber Jesus antwortet ihm mit einem Satz, den er in den Heiligen Schriften gelesen und gelernt hat:
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes kommt.
Aber der Teufel ist klug und gibt sich nicht so schnell geschlagen. Hat Jesus ihm vorgehalten, daß der Mensch sich nicht nur von Brot ernährt, sondern auch vom Wort Gottes, dann soll er sich doch auch davon nähren; und so gibt er Jesus in der nächsten Szene ein Wort aus der Heiligen Schrift zu bedenken: Es steht doch geschrieben: Er hat seinen Engeln befohlen, daß sie Dich auf ihren Händen tragen und Du Deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.
Das klingt gut, aber im Munde des Teufels wird auch Gottes Wort verdorben, ungenießbar, ja giftig für den Menschen. Denn der Teufel will mit diesem Bibelwort Jesus dazu verleiten, sich vom Dach des Tempels herabzustürzen. Gott wird seinen geliebten Jesus schon nicht sterben lassen, sondern seine Engel zu Hilfe schicken. Das soll Jesus denken, das möchte der Teufel ihm einreden. Aber Jesus widersteht auch dieser zweiten Versuchung, Gott, seinen Vater, auf die Probe zu stellen. Er glaubt felsenfest daran, daß Gott zu ihm hält auch ohne anschaulichen Nachweis oder irgendeine andere Probe. Er wird auch noch an Gottes Nähe glauben, als er schon auf der Hinrichtungsstätte am Kreuz hängt, als ihn viele verspotten und nach seinem Vater fragen, der ihm doch sicher helfen würde, wenn er könnte.
Wer sich vom Wort Gottes sein ganzes Leben lang ernährt hat, der kann nicht auf einmal umdenken und sich gegen Gott wenden. Das kann und will Jesus nicht, und wir erleben es auch bei uns selbst: Wer sein Selbstvertrauen aus solchen Worten gewonnen hat Seine Engel werden Dich auf ihren Händen tragen, der wird auch in Not sich von diesen Worten nähren und sie nicht Gott vorwurfsvoll vorwerfen: Du wolltest doch deine Engel zur Hilfe schicken! und wer einmal das Psalmwort zu Herzen genommen hat: Dennoch bleibe ich stets an Dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, Du leitest mich nach Deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an. der wird von solchen Worten ein Leben lang gestärkt und seine Hand immer wieder nach Gottes Hilfe ausstrecken.
Die Not wird nicht kleiner, und der Kummer schmerzt wie zuvor, und doch ist etwas anders geworden. Die Not hat Worte gefunden, der Kummer findet sich in der Erfahrung vieler Menschen geborgen, und manchmal findet dann auch die Hand Halt bei Gott.
Gott nicht auf die Probe stellen
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