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Kommt her zu mir alle
Thomas. 47 Jahre alt. Mindestens dreißig davon drogenabhänig. Ansehen tut man ihm weder seinen Konsum, noch die insgesamt 14 Jahre Gefängnis. Verteilt, über ein
ganzes Leben. Sein größter Traum ist ein ganz normales Leben. Was heißt: ein Leben möglichst mit Arbeit, Freunden und ohne Drogen. Das er mit Drogen keine Chance hat, weiß er. Oft geht er in die Kirche und da hat er diesen Satz gehört:
O-Ton Thomas: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen sein.
Autor: Denn, ich will euch erquicken, sagt Jesus. Das scheint zu schön, um wahr zu sein. Und vor allen Dingen ziemlich schwer.
Thomas: Diesen Gedanken umzusetzen ich persönlich, meine Schuld und meine Probleme, und auch meine Ängste und Sorgen abzulegen an Gott, und zu sagen: ich bin jetzt frei. Auch frei von meinen Gedanken. Und dieser Schritt ist schwer für mich. Zu sagen: hier jetzt kann ich besser leben, jetzt kann ich besser denken. Und dieser Schritt, der muß laufen, sonst klappt das nicht. Weil, ich bin ja mühselig und beladen.
Autor: Aufgewachsen in Kinder und Erziehungsheimen. Schon damals hat er sich gefühlt wie im Knast. Er haut ab. Taucht ein und unter in der Drogenszene, auf der Suche nach Geborgenheit und dem Glück, das ihm seine Heroinspritze verheißt. Nichts ist sicher, außer der Sucht. Thomas richtet sich ein in seinem Elend. Und so schafft auch die Sucht eine Art Sicherheit. Dem Angebot Jesu zu folgen erscheint ihm, wie ein riskanter Sprung ins kalte Wasser. Denn: sein Leben besteht aus Drogen, Einsamkeit und flüchtigem Glück. Und der Sehnsucht nach und Angst vor Veränderung zugleich. Aber es ist das, was er kennt.
O-Ton Thomas: Ja, im normalen Leben hat man so eine kleine Sicherheit. Oder einen kleinen Bonus und sagt, was ich habe , was ich sehe und was ich fühle, da kann ich dran glauben. Aber was ich nicht sehe und nicht fühle, da habe ich Angst, ins Ungewisse zu kommen, weil mit Ungewissheit kam ich nie klar. Das ist es eigentlich, wo ich Angst vor habe, diesen Schritt zu gehen. Alleine zu sein, plötzlich allein zu sein, obwohl es ja gar nicht so ist. Aber diesen Schritt zu gehen, diesen Anfang diesen kleinen Schritt. Ja der tut sogar weh.
Seine Sicherheit seine Standfestigkeit aufzugeben, weil man an irgendetwas festhält. An seinem alten Leben hält man fest, und jetzt kommt man in eines neues Leben rein, das vielleicht schöner ist und ohne Qualnis aber man hat Angst vor diesem Schritt..
Ängste kann man ja nicht beschreiben, aber bei Gott kann man ja auch Ängste haben.
Ich mein man sollte sich dann auch ganz hingeben, und sein Leben so gestalten, das man wirklich Christ ist und als Christ lebt. Und das ist schwer für mich. Fängt ja schon an mit Nächstenliebe, oder liebe deine Nächsten, oder die einfachen Zehn Gebote zu leben ist nicht so einfach. Da komm ich schon manchmal in Konflikte. Wenn ich mein Leben Gott gebe, muß ich auch nach irgendwelchen Richtlinien leben um dann auch wirklich zu leben mit Gott.
Autor: Nicht so einfach, findet Thomas. Stimmt, meine ich. Das geht mir nicht anders.
Aber war das von Jesus nicht genau an die Menschen gerichtet, die es nicht so leicht haben: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.
Kommt her zu mir alle
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