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Beten mit Psalm 23
Not lehrt Beten, sagt der Volksmund. Aber ist es wirklich gut, darauf zu setzen? Sich in der Not darauf zu verlassen? Auf das Gebet? Wie ist das beim Beten
passiert da
wirklich etwas? Ist es tatsächlich ein Gespräch mit Gott? Hört Gott, redet Gott, antwortet er wirklich?
Manche bejahen diese Fragen ohne mit der Wimper zu zucken: Natürlich hört Gott unser Gebet, natürlich antwortet er uns.
Ich bin da vorsichtiger. Ich hoffe, dass Gott mein Gebet hört, aber wie das geschieht ich weiß es nicht wirklich, weil ich nicht aus meiner Haut kann, weil ich Mensch bin und bleibe. Und weil Gott immer sein Geheimnis behält und seine Wege zu uns manchmal sehr verschlungen sind. Ich suche natürlich nach Antworten Gottes auf meine Fragen. Gerade in der Not. Manchmal glaube ich fündig geworden zu sein, aber oft bleiben mir auch Zweifel. Und nicht selten kommt es mir so vor, als hätte Gott aufgehört zu reden, als würde er nur noch schweigen.
Kurzum: Ich will den Mund nicht zu voll nehmen, was Gott betrifft beim Beten. Aber ich kann etwas darüber sagen, was das Beten mit mir macht. Wie es uns Menschen an verändert. Eine Geschichte bringt es auf den Punkt:
Sprecher: Ein Schüler fragt seinen Meister: Warum ist hier jeder glücklich außer mir? Der Meister antwortet: Weil sie gelernt haben, überall Güte und Schönheit zu sehen. Warum sehe ich nicht überall Güte und Schönheit? fragt der Schüler weiter. Weil du draußen nicht sehen kannst, was du in deinem Innern nicht siehst antwortet der Meister.
Das Beten verändert mich. Es hilft dabei, Güte und Schönheit zu sehen, zu entdecken. Denn wer betet, hält inne. Stoppt die Zeit, horcht in sich hinein. Wird still. Nimmt wahr, was ist. Was immer schon ist. Natürlich auch das Schwere, aber eben auch Güte und Schönheit.
Das folgende Gebet ist 3000 Jahre alt, es ist ein Lied, ein Psalm aus der Bibel. Wie viel Güte, wie viel Schönheit sieht derjenige, der diese Worte gesprochen hat oder immer wieder spricht?
Sprecher: Gott ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue Und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir. Dein Stecken und Stab trösten mich.
Warum ist hier jeder glücklich außer mir fragte der Schüler. Und der Meister antwortete ihm: Weil sie gelernt haben, überall Güte und Schönheit zu sehen.
Vielleicht ist das Gebet ein Lehrmeister. Ein Lehrmeister, der uns die Augen öffnet für Güte und Schönheit. Für das frische Wasser und die grüne Aue. Für die rechte Straße und den guten Weg durch das finstere Tal.
Beten mit Psalm 23
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