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Wir Schäflein
Wir sind alle so unterschiedlich. Und dennoch haben wir eins gemeinsam. Wir Menschen hetzen voran, jeden Tag. Manch einer landet links oder rechts buchstäblich
in der Gosse. Ist ja nichts besonderes heutzutage, da fällt schon mal einer hinten runter. Ist nicht mein Problem. Ein Wunder ist es auch nicht, dass sich in einer Zeit von 5 Millionen Arbeitslosen jeder nur um sich selbst kümmert.
Wir leben alle im selben Moment, wir leben alle den selben Tag. Wir sind alle verunsichert und möchten bloß größeres Unheil für unser Leben verhindern. Aber warum handeln wir dann nicht so?
In der Bibel wird oft das Bild vom Hirten und seinen Schafen gebraucht. Gott der Hirte, die Menschen seine Schafe. Dieses Bild ist stimmig. Etwas zu stimmig sogar. Was passiert mit einer Herde Schafe, in deren Gatter ein Fremder eindringt und versucht, eines von Ihnen zu fangen? Die Herde gerät in Panik. Jedes Tier versucht, weg zulaufen. Doch das Gatter ist zu eng. Also stoßen sich die Schafe gegenseitig bei Seite um sich selbst zu retten.
Ich will mich nicht damit abfinden, dass wir alle so eine Herde Schafe sind. Ich mich nicht von Panikmache anstecken lassen, die uns unsere eigene Stärke raubt. Ich möchte auch mal den Blick auf den anderen richten. Ein richtiges Wort, eine richtige Geste oder die Hilfe im richtigen Moment kann für den unbezahlbar sein. Denn so sagt es der Hirte ganz richtig: Wenn alle ein klein wenig auf den andern achten, dann ist für alle gesorgt.
Sprecher: Michael Birgden
Wir Schäflein
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