Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

03.02.06, 11-12 Uhr, Kerstin Hanke

Aufrecht und ungebrochen

Die evangelische Kirche kennt keine Heiligen. Aber sie kennt Menschen, die Vorbild sind. Einer von ihnen ist Dietrich Bonhoeffer, der morgen vor 100 Jahren geboren wurde.

"Wenn ein Wahnsinniger mit dem Auto durch die Straßen rast, kann ich mich als Pastor nicht damit zufrieden geben, die Überfahrenen zu trösten und zu beerdigen. Ich muss dazwischen springen und ihn stoppen."

Diesen Satz  hat Dietrich  Bonhoeffer eingelöst. Er ist dazwischen gesprungen. Er erlebte die menschenverachtende Diktatur der Nationalsozialisten.  Sah, wie die Juden umgebracht wurden.  Wie seine eigene Kirche dazu weitgehend schwieg. Das nahm er nicht hin. Christ sein - das bedeutete  für Bonhoeffer auch politisch Stellung zu beziehen.  Scharf kritisierte er seine eigenen Leute und  entschied sich zum Handeln. Er wird  Kurier einer Widerstandsgruppe.  Deren Ziel ist es: Hitler zu töten.

Das hat Bonhoeffer mit seinem Leben bezahlt.  Im April 1943 wurde  er verhaftet. Im Gefängnis schreibt er: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Dietrich Bonhoeffer wurde in der Morgendämmerung des  9. April 1945 erhängt. Er starb wie er lebte: Aufrecht. Ungebrochen.

Sprecher: Michael Birgden

Audiobeitrag Aufrecht und ungebrochen


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