Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

04.02.06, 6.30-07 Uhr, Christiane Birgden

Ich möchte glauben lernen

Heute vor 100 Jahren wurde Dietrich Bonhoeffer geboren. Bonhoeffer war evangelischer Pfarrer. Berühmt geworden ist er, weil sich im Widerstand gegen Hitler

engagierte. Das ist ihm zunächst gar nicht leicht gefallen, denn als Protestant hatte er gelernt, dass man die jeweilige Regierung achten muss. Deshalb hat er furchtbare Gewissenbisse. Besonders als er mit anderen ein Attentat auf Hitler vorbereitet. Damit verstieß  er gegen das 5. Gebot: Du sollst nicht töten. Bewusst einen Mord zu planen und doch Christ zu sein? 

Und dennoch entscheidet sich Bonhoeffer, das Attentat mitzuplanen.  Denn manchmal muss ein Christ wagen,  alle Gebote zu übertreten und  lügen, betrügen, stehlen und sogar morden. Um Hitlers Nazidiktatur zu beenden, war Bonhoeffer dazu bereit.

Er erinnert sich  an ein Gespräch mit einem jungen Priester. Sie hatten darüber gesprochen, was sie in ihrem Leben erreichen wollen. Der Priester hatte damals gesagt: „Ich möchte ein Heiliger werden.“ Bonhoeffer hielt dagegen: „Ich möchte glauben lernen.“

Das Attentat misslingt. Die Widerstandskämpfer werden  verhaftet.
1945, kurz vor Kriegsende, wurde Dietrich Bonhoeffer von den Nazis als politischer Gefangener ermordet. Als er zum Galgen geführt wurde, soll er gesagt haben: Das ist das Ende, für mich der Beginn des Lebens.

Sprecher: Michael Birgden

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