Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

21.01.06, 6.30-07 Uhr, Schmitz-Kahmen

Eine haarige Angelegenheit

Manchmal reichen schon die Haare in der Dusche... oder die Zahnpastareste im Waschbecken.Kleinigkeiten, die einem den ganzen Tag verderben. Du sitzt am Tisch

und hörst seine seltsamen Kaugeräusche.
Du liegst im Bett und sein Schnarchen zersägt deine Nerven. Manchmal ist es kaum auszuhalten.
Und du fragst dich: Warum regt mich das eigentlich so auf?

Früher hat mich das doch auch nicht gestört.
Früher... ja, da waren wir auch noch richtig verliebt. Schmetterlinge im Bauch und alles fühlte sich wie Frühling an.
Klar, dass dieses Gefühl nicht ewig bleibt.

Aber müssen mich diese Kleinigkeiten, die mir früher nichts ausgemacht haben, jetzt wirklich so runterziehen?
Es hat mal jemand gesagt, man solle jeden Tag so leben als sei er der letzte.

Kein schlechter Tipp: Denn wenn ich versuche, mich auf diesen Gedanken einzulassen, dann lerne ich auch, meinen Liebsten  wieder mit anderen Augen zu sehen. Ich lerne, über die Dinge hinwegzusehen, die nun wirklich nicht wichtig sind. Denn was kümmern mich schon ein paar Haare in der Dusche am letzten Tag meines Lebens? Viel, viel wichtiger ist es doch, ihn spüren zu lassen, wie schön es ist, auch diesen Tag gemeinsam zu verbringen.

Audiobeitrag Eine haarige Angelegenheit


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