Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

17.01.06, 8.56 Uhr, Magdalene Imig

Antonius der Große

derjenige, der Verlorenes wiederfinden ließ. Mich beeindruckte das damals sehr, aber meine Hoffnung, das Suchen demnächst abgeben zu können wurde schnell

zerschlagen, denn meine evangelische Mutter hielt nichts von diesen oder anderen Heiligen, weil nur der Herr Jesus unser Mittler zwischen Gott und den Menschen sei. Sie hatte Recht.

Trotzdem ist  Antonius der Große auch in der Evangelischen Kirche ein Heiliger, an den wir heute denken, zwar nicht in anbetender Weise, wohl aber, wie es eine bedeutende evangelische  Bekenntnisschrift von 1530 formuliert ... dass man der Heiligen gedenken soll, damit wir unseren Glauben stärken... außerdem soll man sich an ihren guten Werken ein Beispiel nehmen... 

Dazu gibt das Leben des Heiligen Antonius viel her. Als Sohn reicher christlicher Eltern wurde er in Ägypten geboren, übernahm nach dem Tod der Eltern die Verwaltung der Familiengüter und zog die jüngere Schwester groß.
Als er die Worte Jesu las: ... dann verkaufe alles, was du hast und gib es den Armen..., befolgte er diese Weisung und lebte fortan in radikaler Armut und Abgeschiedenheit.

Erst viele Jahre später kehrte er zu den Menschen zurück als einer, der in tiefe Geheimnisse eingeweiht  und gotterfüllt ist. Er blieb ein Asket und liebte die Einsamkeit, trotzdem aber verlor er nicht den Kontakt zu den Menschen. Er wusste, dass ein Christ mit Gott in Verbindung stehen muss, und doch in der Welt sein Leben führt. 

So wie es uns Christus vorgelebt hat, so wie es in der Apostelgeschichte zu lesen ist: Alle aber, die sich zu Christus zählten, fühlten sich einander zugehörig. Sie verkauften ihr Hab und Gut und teilten den Erlös an alle aus, die eine Hilfe nötig hatten

In großer Nächstenliebe stand er den Christen in Alexandria bei, als diese vom Kaiser  verfolgt wurden, und setzte sich immer und überall für die Armen und Gefangenen ein. Antonius hätte seinen Weg im Wohlstand weitergehen können. Er hätte sich mit der Schrift beschäftigen können und hier und da Gutes tun, aber er las nicht nur die Worte Jesu, sie berührten ihn, so dass er sich entschloss  nach ihnen zu handeln. Das gab seinem Leben die ganz andere Richtung. 105 Jahre alt soll er geworden sein, und als man ihn begrub, hätten Engel um ihn gestanden.

 

Audiobeitrag Antonius der Große


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