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Maria und Kind
An Weihnachten feiern wir die Geburt eines Kindes. Eines besonderen Kindes. Eine handgroße etwas abstrakt gehaltene Marienfigur steht vor mir. Es sieht aus, als
hätte sie das Kind auf dem Arm. Sie ist ganz voller Liebe und Zuneigung. Ergriffen vom Wunder des Lebens. Wäre ich in einem Film, müsste meiner Meinung jetzt das Lied der Söhne Mannheims erklingen:
Und wenn ein Lied meine Lippen verlässt Dann nur damit du Liebe empfängst Durch die Nacht Und das dichteste Geäst Damit du keine Ängste mehr kennst
Damit du Liebe empfängst, damit du keine Ängste mehr kennst. Ein Liebeslied, das ich in dieser Weihnachtszeit mit anderen Ohren höre. Ursprünglich ein Lied für eine todkranke Freundin. Doch könnte es auch ein Lied für ein Neugeborenes sein. Eigenartig: An den Rändern des Lebens werden wir Menschen dünnhäutig. Dünnhäutig für das Wunder des Lebens.
Die Freude bei der Geburt ist genau wie die Trauer beim Abschied Ausdruck einer tief sitzenden Liebe zum Leben. Manchmal sagen wir zu Weihnachten, es sei das Fest der Liebe. Wir feiern, dass Gott Ja zu diesem Leben sagt, dass er das Leben will, dass er die Liebe will. Aus Liebe zu den Menschen wird Gott Mensch. Wenn wir auf das Kind in den Armen Marias sehen, können wir selbst lernen Mensch zu werden mit unserem Einsatz für das Leben und die Liebe.
Weihnachten 2005. Maria lehrt mich das Leben zu lieben. Zärtlich in die Augen meines Nächsten zu sehen. Behutsam durch den Tag zu gehen. Ich begreife, wofür ich auf dieser Welt bin: Um Liebe zu verschenken und Liebe zu empfangen. Dafür habe ich meine Zeit auf der Erde.
Refrain: Und wenn ein Lied meine Lippen verlässt Dann nur damit du Liebe empfängst Durch die Nacht Und das dichteste Geäst Damit du keine Ängste mehr kennst
Maria und Kind
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