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Freude schöner Götterfunken...
Guten Morgen liebe Hörerin, lieber Hörer. Kennen Sie den lachenden Jesus? Eine schwarz-weiß Skizze aus der Zeit der Jesus People.
Einer unkonventionellen christlichen Bewegung aus den 60er und 70er Jahren. Mich berührt das Bild bis heute. Die meisten Bilder und Skulpturen zeigen ja den leidenden Jesus. Auf diesem Bild aber freut sich Jesus. Lacht. Scheint sich prächtig zu unterhalten. Für manche Christen ist das fast schon Ketzerei und das mag erklären, warum Gottesdienste manchmal so steif und bitterernst sind. Doch was sagt die Bibel zur Freude als herrliches, lebenslustiges, der Seele wohltuendes Gefühl? Kann man doch nie genug von haben, oder?
Jesus jedenfalls erzählt den Menschen vom liebenden Vater und sagt dann einen denkwürdigen Satz: Ich sage euch das, damit meine Freude euch erfüllt und eure Freude vollkommen ist. (Johannes 15, 11, NGÜ). Habe ich das richtig gehört? MEINE Freude! Soll EUCH erfüllen! Und dann habt ihr VOLLKOMMENE Freude. Das ist schon was!
Nehmen wir zum Beispiel die Hochzeit zu Kana. Da verwandelt Jesus Wasser zu Wein. Sie kennen das vielleicht. Nicht kleckern sondern klotzen. Fässerweise guter Wein bis zum letzten Tropfen. Das ist Jesu überströmende Freude! Allerbeste Qualität. Und warum macht Jesus bei einem solchen tagelangen Fest mit, feiert, schmaust bis in die tiefe Nacht? Händeringend suchen Kommentare zur Bibel nach theologisch tiefschürfenden Begründungen und kommen nicht auf die einfachste. Ich glaube: Jesus war mit seinen Freunden einfach beliebt auf Feiern! Ein fröhlicher Mensch, der das Leben und die Gemeinschaft feiert mit klugen Worten und einer tiefen Freude. Keine Freude, die sich an Äußerlichkeiten festmacht und wie ein Fähnchen im Wind ist, mal da, mal weg. Sondern eine Freude, die von innen kommt und sogar mitten im Sturm die Stellung hält, selbst im Leid nicht gänzlich verschwindet. Und dabei immer wieder nach außen dringt, überströmt und andere ansteckt. Wissen Sie was? Ich habe die oft genug nicht. Aber ich will mehr davon!
Doch wie? Ich kann ja weder mich noch andere zur Freude zwingen. Hey, du da! Freuen, aber dalli! Geht doch nicht, oder? Und doch
schreibt der Apostel Paulus ausgerechnet aus dem Gefängnis an eine Gemeinde: Freut euch immerzu, mit der Freude, die vom Herrn kommt! Und noch einmal sage ich: Freut euch! (Phil 4,4). Es ist ihm wichtig, er ruft ausdrücklich zur Freude auf. Und in der Tat - es ist meine Entscheidung, wohin ich meinen Blick wende. Wer nur auf das Negative sieht - der verdrängt auch etwas - nämlich das Gute, Schöne, Erfreuliche! Es geht wahrlich nicht darum, das Schwere und Dunkle zu verdrängen - aber ich muss nicht darin versinken. Ich kann mich entscheiden zur Freude. Indem ich mich entzünden lasse an den vielen kleinen Freudenfeuern des Lebens. Dem Fest und der Feier. Der herrlichen Schöpfung. Den Kleinigkeiten des Alltags, sie sind gar nicht so selbstverständlich. Die Luft zum Atmen. Das Aufwachen dürfen. Die frische Nahrung. Der freundliche Mensch auf dem Weg zur Arbeit. Das Singen. Die Kreativität.
Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag fünf Dinge zu finden, an denen ich mich freuen kann. Und ich will mich immer wieder diesem Gott, seinem lachenden Sohn und dem Schönen im Leben zuwenden. Damit seine Freude mich erfüllt und in meiner Seele Raum greift und bleibt, auch in den Stürmen des Lebens. Das ist Freude, die von innen kommt und ich wünsche Ihnen, dass Ihnen diese Freude heute begegnet! Ihr Pastor Christof Lenzen aus Eschweiler.
Freude schöner Götterfunken...
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