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Und jetzt wir!
Werbung auf Internetseiten versuche ich möglichst zu ignorieren. Aber manchmal erobert sie doch meine Aufmerksamkeit. So zum Beispiel die Werbung einer großen Baumarktkette.
Eigentlich besteht die nur aus ein paar Schlagwörtern: Gott, Himmel, Erde, Wasser, fertig. Und jetzt du! Während diese Worte eingeblendet werden, sieht man ein Bildchen mit einer Landschaft und einem Teich in der Mitte. Daraus - so die Botschaft - sollen wir nun was machen. Denn der abschließende Auftrag lautet: Projekte starten! Also zum Beispiel den Garten neu gestalten, das Haus renovieren oder eben einen Teich anlegen. Irgendwas halt, wofür ein Großeinkauf im Baumarkt nötig ist. Denn: Es gibt immer was zu tun. Jamadaja-yippie-yippie-yeah!
Ich hab mir das ein paar Mal angeguckt und ich finde, die Werbung ist ganz gut gemacht. Kurz, prägnant, mit einer klaren Botschaft. Und ob das jetzt Absicht ist oder nicht - sie entspricht in etwa dem, was die Bibel sagt.
Da gehts zwar nicht um Werbung und ein Baumarkt kommt auch nicht drin vor. Aber auch in der Bibel lautet die Botschaft: Gott hat alles geschaffen, was wir kennen. Erde, Wasser, Himmel und alles, was da so herumhüpft, schwimmt oder fliegt. Die Schöpfung ist erst mal fertig. Und jetzt sind wir Menschen dran. Wir haben von Gott den Auftrag, etwas aus der Erde zu machen. Allerdings nicht nur dann, wenn wir geschickte Handwerker sind oder begeisterte Hobbybastler. Sondern auch wenn wir nicht wissen, wie herum man eine Schraube anzieht.
Schließlich geht es ja nicht darum, ein schickes Haus zu bauen oder die Nachbarn mit einem perfekten Garten zu beeindrucken. Gottes Auftrag an uns ist viel facettenreicher. Er ist zum Beispiel auch dann erfüllt, wenn wir uns an einer Aktion beteiligen, die anderen zugute kommt. Wenn wir uns zum Beispiel engagieren gegen Waffenexporte in Krisenländer, gegen Kinderarbeit oder für nachhaltiges Wirtschaften. Solche Projekte können durchaus unserem Auftrag entsprechen. Aber es kann genauso wichtig sein, jemanden in der Nähe zu unterstützen, ihn zu trösten, ihm Halt zu geben oder ihm wieder auf die Beine zu helfen. Wir können auch Verantwortung für die Erde übernehmen, wenn wir beim Einkaufen fair gehandelte Waren berücksichtigen. Oder bei der Kleidung darauf achten, dass sie nicht unter unmenschlichen Bedingungen hergestellt wurde.
Jeder von uns hat also reichlich Möglichkeiten, um zu sagen: Okay, Gott hat erst mal seinen Teil getan. Jetzt komme ich!
Und das Beste ist: Die Schöpfung mag zwar fertig sein. Aber das heißt nicht, dass Gott damit nichts mehr zu tun hätte. Im Gegenteil: Wenn wir uns an die Arbeit machen und versuchen, die Erde, den Himmel und das Wasser zu erhalten und etwas Gutes daraus zu machen, dann können wir sicher sein: Gott hilft uns. Nicht nur mit Material und Anleitungen wie aus dem Baumarkt. Sondern auch mit Ideen, Fantasien, Mut oder Kraft. Je nachdem was wir brauchen, um unser Projekt zu starten. Denn auch für uns Christen gilt: Es gibt immer was zu tun. Jamadaja-yippie-yippie-yeah!
Und jetzt wir!
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