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Leben, wie ein Hund?
"Du sollst auch nicht leben, wie ein Hund!" Ein gängiges Sprichwort und doch hoffnungslos veraltet. Die Zeiten als Hunde von dem leben mussten, was übrig blieb,
sind längst vorbei. Der umher streunende Restefresser ist zum besten Freund des Menschen geworden.
Viele Menschen erleben die Treue ihres Hundes als Liebe, die sie bei manchem Mitmenschen vermissen. Doch einige haben Probleme, ihren Hund zu ernähren. Aus diesem Grund entstehen in immer mehr Städten sogenannte Tiertafeln nach dem Vorbild der Tafeln für Hartz-IV-Empfänger. Auch bei einer Tiertafel muss der Kunde nachweisen, dass er selbst nicht genug Einkommen hat, um Hundefutter zu kaufen . Der Hartz-IV-Ausweis ermöglicht, dass man sich trotz wenig Geld die Liebe des Hundes und somit ein bisschen Lebensqualität erhalten kann.
Denn auch Tierfutter hat Haltbarkeitsdaten. Futterhändler, wollen ihren Kunden keine abgelaufene Ware anbieten, so spenden sie Überkapazitäten an die Tiertafeln. Vor manchem Tiernahrungsgeschäft steht auch ein Spendenkorb, in den man eine Futterdose legen kann, die bedürftigen Tieren zugutekommt. Die Tiertafeln achten allerdings auch darauf, dass das günstige Futterangebot nicht überhaupt erst den Wunsch nach einem Haustier weckt. So werden keine Welpen oder andere Jungtiere gefördert. Aber ein Hund oder eine Katze, die jahrelang mit im Haushalt lebt, und dem Menschen am Herzen liegt, braucht nun keine Sorge mehr zu haben, dass sein Frauchen oder Herrchen sie nicht mehr ernähren können. Manche halten allerdings solche Hilfe bei Tieren nicht für nötig.
Sie fühlen sich vielleicht sogar von der Bibel bestätigt. Eine Frau bat Jesus, dass er ihre Tochter heilt . Sie kam aber aus einer anderen Religion. Jesus wollte ihre Bitte mit bildhaften Worten ablehnen: »Zuerst müs-sen die Kinder satt werden. Es ist nicht recht, ihnen das Brot wegzunehmen und es den Hunden vorzuwer-fen.« Doch die Frau ließ sich von dieser Antwort nicht abschrecken. Sie antwortete: »aber auch die Hunde bekommen ja die Brocken, die die Kinder unter den Tisch fallen lassen.« (Matth 7,27-28 GNB). Die Frau konnte Jesus damit umstimmen. Es reichte ihr, wenn Sie etwas von dem Überfluss anderer abbekommen konnte.
Ja, auch heute geschieht Hilfe oft nur aus dem Überfluss derjenigen, die genug haben. Doch dieser Überfluss hilft, Menschen die Lebensqualität zu geben, die man für sich selbst als selbstverständlich erachtet. In der Bibel wird auch einmal die Freude beschrieben, die ein Hund geben kann. Im Buch Tobit, das leider nicht in allen Bibelausgaben enthalten ist, heißt es: "Und der Hund, den sie mitgenommen hatten, lief voraus und kam als Bote, wedelte mit dem Schwanz, sprang hoch und zeigte seine Freude." (Tob 11,9).
Du sollst auch nicht leben wie ein Hund. Oder vielleicht doch? Vielleicht kann ein Hund seine Freude viel natürlicher zeigen als ein Mensch. Und die Liebe, die ein Hund so viele Jahre gegeben hat, möchte kein Mensch vermissen, nur weil er von Hartz IV lebt. Die Tiertafeln sind dabei ein Hilfe. Danke an alle, die diese Arbeit unterstützen.
Leben, wie ein Hund?
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