Versager - Held
Die Bibel ist ein Buch voller Gewinner und Verlierer. Helden und Versager in einer Person. Hier ein Beispiel:
Da gibts die Geschichte von einem kleinen Baby, einem Jungen. Der stammt aus einer Arbeiterfamilie, genauer gesagt: Er kommt aus einer israelitischen Sklavenfamilie. Diese israelitische Sklavenfamilie lebt in Ägypten. Als Baby wird er von der Tochter des Pharaos, des Königs von Ägypten, adoptiert.
Ein noch schnellerer, sozialer Aufstieg ist kaum möglich.
Mose, der Prinz von Ägypten, wächst im Luxus auf. Er genießt alle Annehmlichkeiten, die man sich so vorstellen kann. Doch so richtig wohl fühlt er sich nicht als Prinz, er ahnt und merkt, dass er nicht richtig dazugehört und anders ist. Und besonders geschickt verhält er sich auch nicht. Eines Tages ermordet er einen Mann und muss vor seinen Adoptiveltern fliehen. Ab in die Wüste. Unterschlupf findet er in Midian. Dort darf er Schafe hüten. Vom Adeligen zum Viehhirten.
Gescheitert! Jahrelang treibt er sich in der Wüste herum.
Aber genau in dieser Wüste geht es wieder aufwärts. Erstens lernt er in Midian seine große Liebe kennen, seine Frau Zippora und zweitens lernt er Gott kennen. In dieser Reihenfolge übrigens. Und der befördert ihn dann zum Anführer des Volkes Israel. Er soll als Gottes Sprachrohr das ganze Volk Israel aus der ägyptischen Gefangenschaft boxen, erst mal im verbalen Schlagabtausch mit dem Pharao.
Was für eine Beförderung.
Aber nach dem ersten Adrenalinschub wird Mose schnell klar, was das bedeutet: Er muss Verantwortung übernehmen! Führungsqualitäten zeigen! Sein Problem ist: Seine sprachlichen Begabungen halten sich in Grenzen und auch sein Selbstvertrauen ist ziemlich angeknackst.
Zu früh gefreut?
Nichts da, trotzdem setzt Gott auf ihn. Zu allererst merkt Mose: Ich muss da nicht alleine durch. Sein Bruder Aaron, ein begabter Redner unterstützt ihn . Und das Abenteuer kann beginnen. Die Geschichte von Mose ist eine Achterbahnfahrt, ein ständiger Wechsel von Sieg und Niederlage. Wie das tägliche Leben.
Ich glaube nicht, dass Gott Moses Lebensweg bis zur Berufung und auch darüber hinaus so super fand und er ihn deshalb auserwählt hat. Nein, Gott hat sich auf Mose festgelegt, bedingungslos, trotz seiner fehlerhaften Vergangenheit. Er hat ihn nicht fallen lassen.
Gott sagt zu Mose: Ich werde mit dir sein. So steht es in der Bibel. Und Mose sagt daraufhin nicht: OK! : Alles geht glatt! No Problem! Das wird ein Spaziergang! Gott ist ja dabei. Nein, jetzt gehts erst richtig los! Er zweifelt, diskutiert mit Gott und antwortet: Ja, aber
! Und ich kann doch nicht
usw. Deshalb mag ich die Mosegeschichte so. Denn, mal ehrlich: Zweifeln gehört einfach zum Glauben.
So gehts mir auch. Ich glaube, dass Gott auch bei mir ist. Und trotzdem zweifle ich auch daran. Das sage ich Gott! Persönlich! Immer wieder, denn er ist eine gute Adresse für alle Zweifel. Auch ich verliere und gewinne, auch ich bin mal oben und mal unten. Deshalb tut es auch mir gut immer wieder zu hören und zu spüren: Ich bin bei Dir!
Versager - Held
|