Worauf hab ich mich eingelassen?
Wenn ich das geahnt hätte, ich weiß nicht, ob ich mich darauf eingelassen hätte! Haben Sie das auch schon mal gedacht, liebe Hörerin, lieber Hörer?
Ich kenne das gut. Da hatte ich eine verlockende Aufgabe übernommen. Hatte mit Schreiben zu tun. Und Texte bearbeiten und für den Druck vorbereiten. Liegt mir, dachte ich. Aber der Druck kam dann schon bald, nicht erst in der Druckerei: Es galt, Termine einzuhalten, genug Text zu sammeln. Alles in knapper Frist. Worauf habe ich mich bloß eingelassen?, dachte ich. Und trotzdem: Ich wollte es nicht missen. -
Auf was haben wir uns da bloß eingelassen? Den Jüngerinnen und Jüngern Jesu muss es ähnlich durch den Kopf gegangen sein. Nach dem Tod Jesu versuchen sie so gut wie möglich, einander Kraft zu geben. Ein bisschen neuen Mut finden sie im gemeinsamen Gebet. Aber die großen Fragen bleiben im Raum: Was machen wir jetzt? Nehmen wir den Auftrag an? Was wird aus uns? Wie geht es weiter? Denn sie erinnern sich genau, was ihr Meister ihnen am Ende gesagt hat.
Ihr sollt meine Zeugen sein, hatte Jesus gesagt. Erzählt von mir! Und die junge Gemeinde Jesu weiß, was das bedeutet: Sagen, dass Gott durch Jesus Christus gewirkt und den Tod besiegt hat. Die Jünger haben große Bedenken und auch ein wenig Angst. Wird man uns in Ruhe ausreden lassen? Wird man uns glauben oder eher davonjagen? Werden Menschen dann endlich Hoffnung haben? Werden sie sich von der Liebe bestimmen lassen?
Jesu Zeugen sein, hier und in aller Welt - ob wir das können? Woher nehmen wir die Kraft dazu? Ach, wenn wir doch etwas von seinem Mut hätten! Etwas von seinem unbedingten Gottvertrauen! -
Liebe Hörerin, lieber Hörer, bestimmt haben die Jünger sich das mehr als einmal gefragt: Worauf haben wir alle uns da eingelassen? In der Bibel steht, wie sie diese Zeit der Unsicherheit und Herausforderung bestanden haben: Sie blieben beieinander, sie beteten gemeinsam und sie warteten auf die Heilige Geisteskraft.
Auch wer heute Zeuge Jesu Christi sein möchte, wird immer wieder an diese Grenzen stoßen. Immer wieder werden sich große Fragen stellen: Wie soll ich das überhaupt schaffen? In dieser harten Welt von Versöhnung reden. Gegen den Hass auf die Liebe setzen. Statt ständig aufzurechnen und anzuklagen, vergeben und verzeihen. In dieser materialistischen Welt von der Auferstehung der Toten und einem ewigen Leben reden wie halte ich das durch? Ich bin dem nicht gewachsen. Worauf lasse ich mich da ein? Mir fehlen zu oft die Worte, mir fehlt auch manchmal der Glaube. Aber ich will es nicht missen. Ich will es nicht aufgeben. Ich suche wieder einen Anfang.
Da gibt´s dann nur eines: Es so machen wie damals die Jüngerinnen und Jünger: Die Gemeinschaft suchen. Nicht allein bleiben. Und auf Gottes Kraft warten. Am besten mit anderen. Also beten. Und wenn ich ans eigene Haus oder sonst wie gebunden bin, notfalls das Vater unser. Das verbindet auch mit all den anderen auf der Erde, die auf Gottes Reich hoffen und Jesu Auftrag nicht missen mögen.
Morgen ist Pfingsten. Den Jüngerinnen und Jüngern wird gegeben, worauf sie gewartet haben: Gottes heilige Kraft. Sie hilft ihnen zu glauben, dass sie sich genau auf den Richtigen eingelassen haben.
Möge Gott den Geist Jesu Christi senden, der Sie tröstet und stärkt für die Zukunft! Wünscht Pfarrer Eko Alberts aus Bonn.
Worauf hab ich mich eingelassen?
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