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Hand am Pflug? (lukas 9, 62)
Liebe Hörerin, lieber Hörer, Mein Großvater soll einmal bei einem guten Essen in der Familie gefragt haben: Na, schmeckt es euch?
Darauf, als er allgemeine Zustimmung bekam, meinte er ganz trocken: Dann solltet ihr jetzt aufhören. Keiner wird es getan haben, aber jeder verstand es. Ich glaube, es gibt viele solch kluger Großväter. Meiner ist vor Jahrzehnten schon gestorben. Doch wenn er bei einem größeren Essen in der Familie zitiert wird: Na, schmeckt es euch? versteht jeder sofort. Und den Kindern wird es erklärt: Auch das Gute kann man nur mit Maßen genießen. Sonst wird es unbekömmlich.
Eine Art Großfamilie waren auch die Jüngerinnen und Jünger Jesu. Nach dem Tod ihres Meisters sind sie gerne und oft zusammen: essen, trinken, beten und erzählen sich so von den eindrücklichen und bildhaften Worten Jesu, die sie einfach nicht vergessen können. Dabei geht es allerdings weniger um das Essen.
Weißt du noch, wie da einer kam und sagte: `Jesus, ich will dir nachfolgen. Aber ich habe eine Bedingung. `
Nein, tut mir leid. Da kamen ja immer so viele
Wie ging´s denn weiter?
Die Bedingung hieß: Jesus, lass mich, bevor ich mit dir ziehe, zuerst von allen zuhause Abschied nehmen!
Was ist denn daran Besonderes? Kann man doch verstehen, oder? Aber wie ich dich kenne, erzählst du mir das nicht ohne Grund.
Nein, das Beste kommt ja noch. Weißt du, was unser Meister antwortete?
Nein, aber du wirst es mir sicher gleich sagen.
Er sagte: `Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.`
Wow, das ist ein starker Satz! Beim Pflügen auf unseren steinigen Äckern muss man, verzeih mir den Ausdruck, ja höllisch aufpassen. Wer nicht nach vorn schaut und auf die Pflugschar achtgibt, hat bald ein Problem.
Du sagst es. Aber unser Meister wollte ja nicht über Ackerbau dozieren, sondern dadurch verdeutlichen; Wer mir nachfolgt, hat ein großes, das größte Ziel vor sich: Das Reich Gottes. Und da geht es um das, was dazu wichtig ist und nicht, was dir wichtig erscheint. Ich glaube, das wollte Jesus ganz klar an den Mann bringen.-
Liebe Hörerin, lieber Hörer, der anschauliche Satz des Jesus von Nazareth ist nicht vergessen. Er wird auch heutzutage zitiert. Und gibt zu denken: Was ist für mich das Wichtigste, wenn ich von Jesus etwas lernen will? Wenn es drauf ankommt, dann geht es darum, dass Gott der ist, der über mein Leben bestimmen soll. Dann geht es darum, bedingungslos auf Gottes Einladung zu hören, sich von nichts und Niemanden - auch nicht von den eigenen Wünschen oder Konventionen Steine in den Weg legen zu lassen. Nichts anderes hat mir mehr zu bedeuten als sein Angebot, mit ihm befreundet und versöhnt zu sein. Nichts kann bestimmender sein als sein Ruf, gerecht zu handeln mit anderen Menschen, Erbarmen zu haben mit denen, die schwach sind in unserer Gesellschaft, für die einzutreten, denen auf dieser Erde Lebenschancen genommen werden. Für die Jüngerinnen und Jünger Jesu bedeutete das später auch gegebenenfalls Widerstand und Ungehorsam: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen! (Apg 6,29b) Da wird auf Zukunft und Hoffnung gepflügt da geht kein ängstlicher Blick zurück.
Auf den Geist, der Sie und mich dazu befähigt, setzt Pfarrer Eko Alberts aus Bonn.
Hand am Pflug? (lukas 9, 62)
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