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Darf ich bitten?
Autorin: Mit unbeweglicher Miene starren die sechs Mitglieder der Prüfungskommission auf den 11jährigen schmächtigen Jungen, der mit hochrotem Kopf vor ihnen sitzt.
Dann durchbricht die ältere Frau die angespannte Stille:
O-Ton: Kannst du mir eines sagen Billy: Was ist das für ein Gefühl, wenn du tanzt?
Autorin: Der Junge, der über seine Gefühlen beim Tanzen Auskunft geben soll, heißt Billy Elliot. Er stammt aus einer armen, nordenglischen Bergarbeiterfamilie und möchte lieber Ballett tanzen statt boxen, so wie es für Jungen in seiner Umgebung üblich ist. Keine Ahnung, beginnt er zögerlich seine Antwort auf die Frage der Prüferin.
O-Ton: Ein ganz gutes Gefühl. Es ist alles steif und so, aber wenn ich loslege, dann vergesse ich alles und irgendwie verschwinde ich, irgendwie verschwinde ich. Als würde sich mein ganzer Körper verändern, als wäre Feuer in meinem Körper. Und ich bin einfach da und fliege wie ein Vogel, wie Elektrizität."
Autorin: Im Film I will dance wird die von dem schüchternen Jungenerzählt, der seinen Traum zu Tanzen verwirklicht - gegen alle Widerstände. Billy wäre eine herausragende Gallionsfigur für den heutigen Tag: Den Welttag des Tanzes. Der Welttanztag, wurde 1982 erst mal durch die UNESCO ausgerufen. Das Ziel dieses Tages ist, den Tanz als universelle Sprache in der Welt zu würdigen. Für mich muss die UNESCO einen Tag des Tanzes nicht begründen, denn für mich ist diese Bewegungsart einfach unverzichtbar, ein Lebenselixier. Tanzen beschwingt mich, befreit mich von der Schwere des Lebens . Wenn ich mich - getragen von der Musik - bewege, machen sich Glücksgefühle kribbelnd bis in meine Fingerspitzen breit und ich habe das Gefühl, mit der ganzen Welt verbunden zu sein. Mir geht es da wie Billy Elliot
O-Ton:
wie Elektrizität, ja wie Elektrizität.
Autorin: Tanzen hat in unserer Gesellschaft viele Funktionen. Es dient als Ritual, ist eine anerkannte Sportart und auch ein Medium in der Pädagogik und in der Therapie. Mit Hilfe des Tanzes versucht man Lern- und Erziehungsziele zu erreichen. Ganz allgemein fördert die Bewegungsart den Muskelaufbau, die Motorik, Koordination und den Gleichgewichtssinn. Neuropsychologischen Experimente zeigen, dass beim Tanzen ähnliche Areale im Gehirn aktiviert werden wie beim Sex oder beim Drogenkonsum . Der glücklich machende Botenstoff Dopamin wird reichlich ausgeschüttet und verbrüdert Tanzende miteinander. Tanzen macht also nicht nur Spaß, sondern auch friedlich und sozial.
Und es kann auch eine Form sein, seinen Glauben auszudrücken.
Wenn Bewegung zu Musik eine der stärksten Ausdrucksformen unserer Seele ist, dann ist es allein deswegen naheliegend, seine Zuneigung Gott gegenüber auch durchs Tanzen auszudrücken. König David (im Alten Testament) hat das ist beeindruckender Weise getan. Die Bibel berichtet von seinem ausgelassenen, leidenschaftlichen Tanz. Und David tanzte mit aller Kraft vor dem HERRN. Von Augustinus von Hippo, einem alten Kirchenlehrer ist der Ausruf übermittelt O, Mensch, lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen. Bewegen Sie sich heute unbedingt noch nach Musik und wenn es das heimliche Wippen der Füße unter dem Schreibtisch ist und feiern sie den Welttanztag. Gott achtet uns, wenn wir arbeiten. Aber Gott liebt uns, wenn wir tanzen.
Informationen zum Film:
Billy Elliot - I Will Dance
Drama von Stephen Daldry
Großbritannien, 2000, 110 Minuten, Farbe
FSK 6 Jahre
DVD 2001: Universal (16:9, 1.85:1, DD5.1 engl./dt.)
Darf ich bitten?
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