Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

19.04.13; Pfarrerin Annette Krüger

Lachen befreit (1. Mose 18, 1-14)

Guten Morgen, liebe Hörerin, lieber Hörer! Lachen ist die beste Medizin! Sagt der Volksmund. Ungefähr 100 Muskeln vom Kopf bis zu den Zehen sind beteiligt, wenn wir lachen.

Dazu löst es Wohlbefinden im Körper aus, weil Glückshormone ausgeschüttet werden und gleichzeitig Stresshormone abgebaut, sagt die Wissenschaft. Wenn wir lachen, können wir durchatmen, das Blut zirkuliert in den Adern, wir fühlen uns entspannt. Ob im Kabarett, bei Komödien und im Zirkus, Gelegenheiten zum Lachen gibt es viele. Manchmal wirkt Lachen auch wie eine Befreiung in angespannten Situationen. Und oft ist es einfach nur schön, gemeinsam zu lachen - über urkomische Begegnungen und Begebenheiten. Natürlich besteht nicht das ganze Leben aus fröhlichen Momenten und oft genug ist einem schon das Lachen im Halse stecken geblieben.

Dennoch: Der Philosoph Immanuel Kant hat einmal gesagt: Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.
Der Satz gefällt mir: Er nimmt ernst, dass wir nicht immer etwas zu lachen haben. Unser Leben kann sehr mühsam, anstrengend und beschwerlich verlaufen. Wenn persönliche Schicksalsschläge uns treffen, wir vielleicht mit Krankheiten fertig werden müssen. Wenn die Zukunft nicht klar vor uns liegt, wenn wir vor Entscheidungen gestellt werden oder unsere Pläne über den Haufen geworfen werden. Dann sind diese drei Dinge gefragt: Die Hoffnung, dass es mehr gibt als das, was ich jetzt sehe. Der Schlaf, der mir hilft meine Gedanken zu ordnen und der mir Kraft gibt. Und eben das Lachen.

Vom Lachen einer Frau erzählt auch eine Geschichte in der Bibel. Sara lachte! Sie ist die Frau Abrahams. Die beiden hatten vor langer Zeit ihre Heimat verlassen mit unbekanntem Ziel, nur mit dem Versprechen Gottes im Gepäck: „Ich will euch in ein anderes Land führen und euch zu einem großen Volk machen.“ Sie waren schon lange unterwegs und Sara hatte so manche bittere Erfahrung gemacht. Als junge Frau wurde sie begehrt vom ägyptischen Pharao, der sie in seinen Harem steckte. Denn Abraham war feige gewesen und hatte sie als seine Schwester ausgegeben. Sie war unfruchtbar und traf ein Arrangement mit ihrer Sklavin: diese sollte ihr und Abraham ein Kind gebären. Am Ende stand ein menschliches Desaster. Und nun waren Abraham und Sara mittlerweile ziemlich alt geworden und immer noch kinderlos. Da wurde das Versprechen noch einmal erneuert, dass sie einen Sohn bekommen sollen. Gott kam in Gestalt von drei Männern und brachte Abraham diese Nachricht. Sara, die in ihrem Zelt wartete, hörte das und lachte! Warum lachte Sara? Das fragten auch die Männer. Vielleicht lacht Sara, weil sie die Realität ernst nimmt: Sie sieht ihr Alter und das ihres Mannes. Und das macht es sehr unwahrscheinlich, dass sie schwanger werden kann. Vielleicht lacht sie aber auch, weil es so widersinnig erscheint. Oder sie lacht, weil mitten in der Trauer über ihre Kinderlosigkeit, mitten im Zweifel, dass sich noch einmal etwas ändern könnte, plötzlich Hoffnung spürbar wird und ein Wunder möglich scheint. Vielleicht ist es ja ein befreites Lachen, das Sara wieder öffnet für etwas, was sie gar nicht mehr für möglich gehalten hatte. Und tatsächlich wird sie schwanger und bekommt einen Sohn, den sie Isaak nennt, übersetzt heißt das: Gott hat mir ein Lachen geschenkt.

Nun muss es ja nicht gleich so ein großes Wunder sein, für das Gott uns im Lachen öffnet. Wichtig ist - Lachen ist gesund, weil es die Seele befreien kann, damit dort wieder Raum ist für das Wunder, das das Leben lebenswert macht.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie heute davon etwas spüren und wie Sara befreit lachen können. Ihre Pfarrerin Annette Krüger aus Witten.

 

Audiobeitrag Lachen befreit (1. Mose 18, 1-14)


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