Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

05.04.13; Pfarrerin Viktoria Keil

Gott, mein Bodyguard

Guten Morgen, lieber Hörer, liebe Hörerin! Ich sitze mit Jugendlichen unserer Kirchengemeinde zusammen. Sie haben Schwierigkeiten, die Worte der Bibel zu verstehen.

Einfach nicht mehr ihre Sprache. Zu altertümlich. Deshalb habe ich angeregt: Übertragt doch die alten Texte in eure eigene Sprache. Das klingt dann so:

Jugendliche: „Gott, du bist mein Bodyguard, wenn du bei mir bist, fühle ich mich sicher.
Du gibst mir, was ich brauche.
Du erneuerst meine Kräfte.
Du machst mich wieder gesund, wenn ich krank war.
Du erfrischst meine Seele.
Du zeigst mir den Spaß am Leben.
Du führst mich auf dem richtigen Weg.
Du hinderst mich daran, Böses zu tun.
Ich brauche keine Angst zu haben, denn du passt auf mich auf.
Wenn ich allein bin, habe ich keine Angst, weil du in meiner Nähe bist.
Du bringst meine Feinde zu mir, um die Konflikte zu beenden.
Du hältst deine schützende Hand über mir.
Egal, ob ich lebe oder tot bin, ich will immer bei dir sein.“

Autorin: Haben Sie ihn erkannt, liebe Hörerin, lieber Hörer? Den Psalm 23? Tim und Alexandra haben ihn zusammen mit 33 Jugendlichen für heute übersetzt. Vor 2400 Jahren haben Menschen Gott als Hirten beschrieben, der für uns Menschen sorgt. Die Menschen damals waren selbst Hirten. Heute ist uns das Bild des Hirten nicht mehr so vertraut.

Tim und Alexandra sprechen unbefangen von Gott.Das ganz normale Leben wird beschrieben. Darin bewegt Gott etwas: Wie werde ich gesund? Nicht nur bakterien- und virenfrei, sondern körperlich und seelisch gesund. Wo finde ich echten Spaß am Leben? Nicht nur ‚fun’, sondern echtes Glück. Die Jugendlichen erzählen von dem beruhigenden Gefühl in Gottes Geborgenheit zu leben.  Gott ist wie ein Freund, der mich unterstützt. Mein Gott ist ein Bodyguard, der meine Wege schützt. Gott wird zum Lebensretter, der sich notfalls dazwischen wirft. Ich wünsche den Jugendlichen Alexandra und Tim dass sie Gott als den Bewahrer erleben, auf den sie sich verlassen können.
Wenn sie Durststrecken durchhalten müssen und der Hunger nach Leben zu schaffen macht.

Überrascht hat mich der Satz: Egal, ob ich lebe oder tot bin, Gott, ich will immer bei dir sein. Gott zu beschreiben, heißt auch, einen anderen Blick auf Tod und Leben zu gewinnen. Mit meinem Gott kann ich bis an die Grenzen der menschlichen Wege gehen.

In den nächsten Wochen werden wieder viele Jugendliche ihre Kommunion oder Konfirmation feiern. Sie machen sich viele Gedanken und manchmal gelingt es ihnen, anderen davon zu erzählen. Die Erwachsenen sind dann meist ziemlich überrascht. Jugendliche tragen ihre Worte in die biblischen Texte ein. Sie versuchen die Glaubenserfahrung anderer nachzusprechen und entdecken dabei: Das hat ja was mit mir zu tun. So wie Tim und Alexandra Gott schützt das Leben wie ein Bodyguard. Ein schönes Motto zur Kommunion oder Konfirmation.

Psalm 23 spricht von dunklen Tälern, durch die zeitweise unser Lebensweg führt. Auch in Zeiten von Krankheit, vertrauen die Jugendlichen: „Du machst mich wieder gesund, wenn ich krank war.“ Die dunklen Täler sind zum Durchwandern bestimmt, nicht um darin liegen zu bleiben! „Der Bodyguard ist neben mir und ermutigt mich, weiterzugehen“ – dieses Vertrauen hatte der Psalmbeter der Bibel und die Jugendlichen geben das an uns weiter.

Bleiben Sie behütet, liebe Hörerin, lieber Hörer – und hören Sie den Jugendlichen zu, lassen Sie sie ihre eigenen Worte finden! Ihre Pfarrerin Viktoria Keil aus Barntrup und Sonneborn.

 

Audiobeitrag Gott, mein Bodyguard


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