Auferstehung
Es gibt Auferstehungen, mit denen keiner mehr rechet. Ich kann sie nicht bestellen. Ich kann sie auch nicht durch fromme Gebete erzwingen. Sie ereignen sich einfach.
Und doch spielt so eine gewisse innere Einstellung schon eine nicht zu unterschätzende Rolle. Von einer solchen Auferstehung erzählt Johannes in seinem Evangelium. Es geht um Marta.
Doch diese Marta hat nicht aufgehört an Gott zu glauben. Auch wenn sie allen Anlass dafür gehabt hätte. Ich hätte sie verstanden. Ihr Bruder Lazarus war gestorben. Mitten aus dem Leben, aus heiterem Himmel sozusagen. Alles super. Dann plötzlich krank, schwer krank und jetzt tot. Marta und ihre Schwester Maria hatten noch eilig nach Jesus gerufen. Mit der Hoffnung, dass der ihrem kranken Bruder hätte helfen können. Doch vergeblich. Jesus kam zu spät. Lazarus war bereits gestorben.
Das Leben ist Hoffen und Bangen. Und wenn das Leben an die Grenze des Todes stößt, fällt manche Hoffnung in sich zusammen, so wie ein Kartenhaus. Maria und Marta hadern mit Gott. Sie klagen: Wäre doch Jesus nur früher gekommen. Er hätte das Unheil verhindern können. Glaube und Ohnmacht liegen manchmal eng beieinander.
Doch, trotz aller Enttäuschung: Marta erwartet weiterhin von Gott, dass er ihr Leben positiv bestimmt. Unverdrossen. Und die Geschichte nimmt eine unglaubliche Wendung. Jesus spürt das. Und er weckt Lazarus auf und sagt diesen großen Satz: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt, und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.
Diesen Glauben von Marta wünsche ich mir auch. So eine fast schon trotzige Gewissheit, dass eine schreckliche Erfahrung, auch Verzweiflung, am Ende sogar der Tod nicht das letzte Wort hat. Das ist keine billige Vertröstung. Das ist eine innere Haltung. Und sie verändert das Leben. Davon erzählt das Evangelium von Marta.
Die Welt gibt manchmal wenig Anlass zur Hoffnung. Und auch Frommsein bewahrt nicht vor schmerzhaften Erfahrungen. Aber der Glauben gibt mir Kraft und eine Perspektive, die viel weiter reicht, als ich das für möglich halte. Und manchmal bin ich gerade deshalb auch schon viel weiter gekommen, als ich dachte.
Martas Geschichte ist eine meiner Lieblingsgeschichten in der Bibel. Sie macht mir immer wieder Mut. Ich hoffe, Ihnen auch.
Auferstehung
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