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Bei mir bist du scheen
Guten Morgen, lieber Hörer, liebe Hörerin, kennen Sie das auch: Wenn ich mit bestimmten Menschen spreche, kann ich mich hinterher gut leiden.
Das ist wirklich so. Da hört jemand aus meinen Worten das Gute heraus und signalisiert mir das ganze Gespräch über, du kommst gut bei mir an. Eine meiner Freundinnen kann das. Und einige Kollegen und Kolleginnen. Ich glaube, das ist eine besondere Gabe. Und es tut so gut. Es kommt halt darauf an, mit welchen Augen ich einen Menschen ansehe, mit welchen Ohren ich höre, was jemand sagt. Mit kritischen oder mit wertschätzenden. Bei mir bist du scheen heißt ein weltbekannter Song. Bei mir bist du scheen, please let me explain, bei mir bist du scheen means you´re grand. Übersetzt heißt das: Für mich bist du schön, bitte lass es mich erklären, für mich bist du schön, meint, du bist großartig.1 Der Song wurde 1932 für ein jiddisches Musical geschrieben, das ein Jahr später in einem jüdischen Theater in Brooklyn aufgeführt wurde. Im Original wurde er als Duett von einem Liebespaar gesungen. 1938 haben ihn die Andrews Sisters bekanntgemacht. Bis heute gibt es eine Flut von neuen Versionen. Sie haben die Melodie bestimmt im Ohr.
Das Lied ist nicht umsonst so erfolgreich! In den Augen eines Menschen kann ich schön sein und liebenswert, auch wenn andere das überhaupt nicht finden. Und wenn ich das auch gerade überhaupt nicht glaube. Das gilt nicht nur für Verliebte. Es gibt eben Menschen, die einem das vermitteln können. Manchmal zweifle oder verzweifle ich ja an mir selbst. Wenn ich immer wieder auf dieselben Schwächen mit der Nase gestoßen werde. Oder kennen Sie das Gefühl, ich tue immer wieder das, was ich eigentlich nicht will. Und das, was ich mir vornehme, das tue ich gerade nicht? In der Bibel wird dieses Gefühl gut beschrieben: Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. (Römer 7, Vers 18-19)
Grund genug, sich selbst nicht leiden zu können. Man bleibt immer wieder hinter seinen eigenen Ansprüchen zurück. Gut, wenn einem dann jemand begegnet, der nicht auch noch darauf herumreitet. Der nicht jedes Wort auf die Goldwaage legt. Der versucht zu verstehen, was man meint. Der die Schönheitsfehler geflissentlich übersieht. Man kann auch die schönen Seiten an jemandem zum Vorschein bringen, die jede und jeder hat. Es gibt übrigens noch einen, der sagt: Bei mir bist du scheen: Gott. Auch er sorgt dafür, dass ich mich besser leiden kann. Er kennt meine guten und meine Schattenseiten. Er lädt mich immer wieder ein, mich an dem zu orientieren, was Jesus vorgelebt hat dann reife ich zu einem Menschen, der in den Augen Gottes besonders schön ist. Wo mir das nicht gelingt, vergibt er mir. Er übersieht das nicht nur großherzig. Es ist wie ausradiert. So kann es mir immer wieder gelingen, das Gute zu tun und das Böse zu lassen.
Wenn ich mich auf diese Großherzigkeit Gottes verlasse und mich mit seinen Augen ansehe, kann ich mich viel besser leiden. Und wenn ich mich selbst gut leiden kann, fällt es mir leicht, auch andere zu mögen. Denken Sie mal drüber nach, liebe Hörerin, lieber Hörer. Testen Sie mal ob Sie Menschen treffen, bei denen Sie über sich hinauswachsen und was es mit anderen macht, wenn Sie ihnen wertschätzend begegnen. Viel Freude dabei wünscht Barbara Schwahn, Pfarrerin in Düsseldorf.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bei_Mir_Bist_Du_Schoen, S. 1/2
Bei mir bist du scheen
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