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Jesus als Anlageberater
Guten Morgen, lieber Hörer, liebe Hörerin, gehören Sie auch zu denen, die momentan nicht wissen, was sie mit ihrem Ersparten machen sollen?
Und außerdem: Der Euro ist in Gefahr. Die optimistischeren trauen es den Politikern zu: Die werden das schon machen. Andere sind da skeptisch und ziemlich beunruhigt. Sie überlegen, wie sie ihr Geld am sichersten anlegen können. Für die Rente und einfach, damit es nicht flöten geht. Nur wie.
Gold ist quasi ausverkauft. Außerdem zahlt keiner etwas dafür, wenn es dann alle wieder gleichzeitig auf den Markt werfen. Wer gut verdient oder geerbt hat, konnte sich vielleicht eine Eigentumswohnung kaufen oder hat mithilfe der Abwrackprämie ein neues Auto angeschafft. Der Urlaub für dieses Jahr ist gebucht. In was soll man investieren, wenn man dem Sparbuch nicht traut und sicher gehen möchte?
Ich empfehle Jesus als Anlageberater. Den Tipp habe ich von der Werbedesignerin Eva Jung. Sie schreibt auf ihrem Kalender Mensch Jesus1: Kontostände sind für ihn nicht von Belang. Seine Bank ist von Kursschwankungen unabhängig. Die Währung mit der er handelt, ist pures Vertrauen. Einmal kam nämlich ein Reicher zu Jesus und fragte ihn, was er denn machen solle, damit sein Leben Bestand hat. Jesus sagt(e) zu ihm: Verkauf alles, was du hast, und verteil das Geld an die Armen, so wirst du bei Gott einen unverlierbaren Reichtum haben. (Lukas 18, Vers 22)
Also eine klare Empfehlung, nicht in Geld und Gut, sondern in Vertrauen zu investieren. Darauf zu bauen, dass Gott eine Zukunft für einen bereithält, ob nun der Euro überlebt oder nicht. Ob das Ersparte seinen Wert behält oder ob eine Inflation kommt. Egal wie hoch einmal die Renten sein werden. Die vielen Spendenaufrufe, die einem ins Haus flattern, sind ja auch ein Wink mit dem Zaunpfahl in diese Richtung. Der eigentliche Reichtum, den wir besitzen, liegt in dem, was wir füreinander tun. In dem, was wir geben und verschenken, nicht in dem, was wir ansparen und horten.
Vielleicht denken Sie jetzt, das ist doch naiv. Typisch Kirche. Naiv vielleicht. Typisch Kirche eher nicht. Vor einiger Zeit hat die Popsängerin Nena in einer Talk-Show gefordert, das Geld abzuschaffen und stattdessen wieder eine Art Tauschhandel einzuführen. Nach dem Motto: Wenn Du meinem Sohn Mathe beibringst, sing ich bei der nächsten Party für Dich. Mit dieser Auffassung steht sie derzeit nicht allein. Aber egal ob man sich nun eine Welt ohne Geld vorstellen kann oder nicht, es lohnt sich, darüber nachzudenken, welchen Stellenwert Geld und Besitz bei uns einnehmen. Ob unser Vertrauen in die Zukunft wirklich vom Euro, von unserem Sparbuch, unseren Geldanlagen, unseren Immobilien und bleibenden Wertanlagen abhängt. Dass wir von etwas leben müssen, ist klar. Auch, wenn wir im Ruhestand sind und wenn wir nicht mehr arbeiten können. Dass dies in unserem Land für alle Menschen gewährleistet ist und wir alle auf die Solidarität untereinander vertrauen können, das wäre in Jesu Sinn. Natürlich macht es Sinn und ist es klug, für das Leben im Alter und die Zukunft der Kinder vorzusorgen. Aber mein Vertrauen würde ich nicht darauf setzen. Den bekannten Werbeslogan Vertrauen ist gut, vorsorgen ist besser kann man auch umdrehen: Vorsorgen ist gut, Vertrauen ist besser. Denken Sie mal drüber nach.
Als Strategie für heute und für morgen empfehle ich Ihnen, in die Währung Vertrauen zu investieren; in eine Zukunft, die Gott in der Hand hat, der einen bleibenden Reichtum jenseits von Euro, Dollar und Co. verspricht. Ihre Barbara Schwahn, Pfarrerin in Düsseldorf
1 Kalender Mensch Jesus 2012, adeo-Verlag
Jesus als Anlageberater
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