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Hoffnung
Guten Morgen, lieber Hörer, liebe Hörerin! Von einer Minute zur anderen kann sich das ganze Leben ändern nichts ist mehr, wie es vorher war.
Das mussten wir im vergangenen Jahr schmerzlich erfahren. Patrick, der zu unserem weiteren Familienkreis gehört, kippte eines Tages ohne Vorzeichen, ohne Ankündigung - vom Stuhl. Trotz Panik und Schock jemand übernahm sofort die Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzmassage, so gut es möglich war. Der Krankenwagen kam nach einer gefühlten Ewigkeit. Patrick kam auf die Intensivstation, wurde in ein künstliches Koma gelegt
.und dann begann das Warten und Bangen. War das Gehirn zu lange ohne Sauerstoff? Mit welchen Folgen? Wann wacht er wieder auf? Wird er ansprechbar sein?
Dann erhielt Patricks Frau die schreckliche Diagnose, dass weite Regionen des Gehirns in Mitleidenschaft gezogen sind und kaum Funktionen aufweisen. Und schon stürmen die nächsten Fragen auf einen ein: Wie soll ich das den Kindern sagen? Wird er jetzt nur noch liegen können, ohne ansprechbar zu sein, zeit seines Lebens auf die Pflege anderer angewiesen sein? Wie soll es gehen ohne ihn? Wie wird die Zukunft der Familie aussehen auch finanziell? Welche Entscheidungen müssen getroffen werden? Wer soll sie treffen und wie soll man mit diesen Entscheidungen leben? Von einer Minute zur anderen hat sich das ganze Leben geändert, alles ist in Frage gestellt. Und man weiß nicht, worauf man noch hoffen kann.
Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird´s wohl machen. (Psalm 37,5), lese ich in einem Psalm in der Bibel.
Und manchmal, lieber Hörer, liebe Hörerin, scheint das das einzige zu sein, was man in einer ausweglosen Situation tun kann. Gott sein Leben anzubefehlen. Wenn ich selbst nicht mehr weiter weiß, wenn ich nicht mehr handeln kann, dann kann ich mein ganzes Leben mit all den Fragen und Nöten in Gottes Hand legen und hoffen, dass er etwas Gutes damit machen wird. Ob er das tut und wie er das tut, das wissen wir nicht. Und ob wir mit dem einverstanden sind, was er tut, das wissen wir auch nicht.
Inzwischen sind einige Monate vergangen. Es ist etwas passiert, womit niemand gerechnet hat. Patrick ist aus dem Koma aufgewacht. Er kann sprechen und er erkennt seine Frau und seine beiden Kinder. Er ist seit einigen Wochen in der Reha, muss vieles neu lernen. Laufen kann er immer noch nicht und mit dem Kurzzeitgedächtnis hat er noch Probleme. Aber es geht voran, Schritt für Schritt. Gewiss, es wird nie wieder sein wie früher. Aber endlich gibt es wieder Hoffnung. Und wer Hoffnung hat, der hat auch Mut und Kraft daran zu arbeiten, wieder gesund zu werden. Das Leben ist wieder lebbar. Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird´s wohl machen.
In Patricks Fall hat er es wohl gemacht. Gott sei Dank.
Ich hoffe für uns alle, lieber Hörer, liebe Hörerin, dass wir unser Leben in Gottes Hände legen können, in dem Vertrauen, dass er es gut mit uns meint und uns hilft auf seine Weise. Johanna Krumbach, Pfarrerin in Augustdorf.
Hoffnung
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