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Suchet der Stadt Bestes
Guten Morgen, liebe Hörerin, lieber Hörer! Man steht im Leben immer wieder vor Situationen, die das Leben komplett verändern.
m ersten Augenblick begehrt man vielleicht gegen das vermeintliche Schicksal auf. Da trennt sich der Ehepartner, ein geliebter Mensch ist mir für immer entrissen, die Arbeit oder die Gesundheit sind mir genommen. Sie haben Ihre eigenen Vorstellungen und Erfahrungen, liebe Hörer.
Man möchte nicht wahrhaben, dass sich das Leben so verändert hat. Manchmal schlagartig von einer Minute zu anderen. Man möchte die alten Zeiten wiederhaben, sehnt sich danach zurück, möchte festhalten, was verloren war. Doch das ist meist unmöglich.
Und dann hat man zwei Möglichkeiten: Man kann die neue Situation beklagen, sich immer wieder fragen, wie es dazu gekommen ist. Man kann mit seinem Schicksal hadern, andere oder sich selbst beschimpfen. Manche Menschen verbittern mit der Zeit.
Die andere Möglichkeit mit einer einschneidenden Veränderung im Leben umzugehen zeigt uns der Prophet Jeremia. Er verleiht Gott seine Stimme und sagt: Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's auch euch wohl. (Jeremia 29,7)
Das Volk Israel war in Gefangenschaft geraten nach Babylon. Eine beklagenswerte Situation, auch wenn es den Israeliten dort nicht schlecht ging. Aber Jeremia lässt nicht von Gott ausrichten: Hasst eure Feinde, tut alles, um Rache zu nehmen und hofft darauf, dass ihr bald wieder nach Hause kommt. Nein, im Gegenteil er sagt: Macht das Beste aus der Situation. Auch und gerade in der Stadt, in der ihr in Gefangenschaft lebt. Denn damit tut ihr am Ende auch etwas für euer eigenes Wohlergehen.
Liebe Hörer, das ist ein guter Ratschlag, den Gott durch den Propheten ausrichten lässt. Es ist gut und richtig, sich der veränderten Situation zu stellen. Zu akzeptieren, dass sich die Dinge, dass sich die Lebensumstände geändert haben. Auch wenn mir das nicht unbedingt gefällt. Und dann zu schauen, wie ich das Beste auch der Situation machen kann. Ich habe oft wenig Einfluss darauf, wie und warum sich die Dinge im Leben plötzlich ändern. Wenn jemand stirbt, kann ich nichts daran ändern, so gern ich das auch will. Aber ich habe einen Einfluss darauf, wie ich mit den veränderten Umständen umgehe. Ob ich resigniere und matt oder verbittert werde oder aktiv versuche, das Beste aus der Situation zu machen. Dazu kann auch gehören, dass ich eine Zeitlang um das Verlorene trauere.
Und mit der Zeit merke ich vielleicht sogar, dass auch eine Situation, die ich anfänglich beklagt habe, ihre guten Seiten hat, dass sie mich neue Erfahrungen machen lässt. Ich weiß, dass das sehr einfach klingt. Es ist nicht einfach. Aber wenn wir offen bleiben für Veränderungen und das Beste daraus machen, dann wird es uns am Ende selbst besser gehen. Wichtig ist: Wir sind nicht allein auf diesem oft anstrengenden Weg. Gott lässt durch Jeremia ausrichten:
Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen.
Lieber Hörer, liebe Hörerin, dass es Ihnen gelingt, aus den veränderten Situationen in Ihrem Leben das Beste zu machen, das wünscht Ihnen Ihre Johanna Krumbach, Pfarrerin aus Augustdorf.
Suchet der Stadt Bestes
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