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Gott, der verunsicherte Hundehalter
Jogger aufgepasst! In einer Läuferzeitschrift las ich, dass Hunde, die mit einem Frauchen unterwegs sind, gefährlicher für Jogger sind als Hunde,
die mit einem Herrchen unterwegs sind. Die Frauen hätten ihr Tier meist weniger gut im Griff. Ich halte nicht viel von Geschlechterklischees. Aber ein Problem ist es tatsächlich, wenn es zu folgender Begegnung zwischen Mensch egal ob Mann oder Frau - und Hund kommt. Oder sagen wir nicht Begegnung, sagen wir: Missverständnis...
Es war an einem herrlichen Herbsttag. Ich hatte auf meiner nachdenklichen Spazierrunde, die oft von Gebet erfüllt ist, Platz genommen auf meiner Lieblingsbank in der Schutzhütte oberhalb von Eschweiler-Bergrath und mir eine herrliche handgearbeitete Zigarre angezündet. Viele Menschen gehen vorbei, ebenso viele Hunde... Man kennt sich, grüßt sich, bellt freundlich, was auch immer. Ein harmonisches Miteinander. Doch diesmal wird die übliche entspannte Harmonie jäh gestört durch eine mir unbekannte Frau... sie geht mit ihrem Labrador spazieren und während ich auf der Bank sitze, erlebe ich ein Drama an fehlender Autorität gegenüber dem Vierbeiner. Dabei verläuft dieses so herrlich und ausufernd, dass ich schließlich aufstehe und dem Paar aus Tier und Mensch unauffällig nachgehe, um weitere Akte dieses Dramas nicht zu verpassen....
Erster Akt: Die Frau geht mit dem Hund nicht spazieren. Sie motiviert ihn permanent. Ständig greift sie in eine gut gefüllte Plastiktüte und wirft ein Leckerli circa 10 Meter weiter, damit der Hund weiter geht. Das klappt passabel. Der Labrador hechelt dem Brocken hinterher, verschlingt ihn gierig, aber doch etwas gelangweilt. Doch irgendwann wird es ihm - o Wunder - zu öde auf dem Weg.
Zweiter Akt: Der Hund verschwindet im Unterholz, sie pfeift schrill und hektisch auf einer Hundepfeife ohne Reaktion. Dann brüllt sie das Tier an (Mistvieh, ich glaubs ja nicht!). Dieses schaut ungerührt. Dann versucht sie es mit Säuseln. Komm doch, schau mal, Leckerli! Bist doch ein Lieber!. Hund schaut irritiert (kein Wunder was denn jetzt: Brüllen oder Säuseln?). Dann brüllt sie und beschimpft ihn als elend und verkommen. Hund schaut betroffen und kommt angedackelt und folgt wieder für ein kurzes Stück der Leckerlispur auf dem Weg.
Dritter Akt: Dieses Schauspiel wiederholt sich abwechselnd mit Unterholz und Feld. Brüllen, Säuseln, Locken, Demütigen... Ein hochgradig irritierter Hund, der zwischen Traumatisierung und Genuss an seiner Macht schwankt, eine zunehmend heiser werdende Frau, die immer häufiger ihren Lockenkopf schnalzend schüttelt und über die Verkommenheit des Hundes lamentiert...
Vierter Akt: Der Hund wird wieder angeleint, damit er bei Fuß bleibt. Kurze Leine. Bei der leisesten Bewegung wird gezerrt und gebrüllt. Der Hund geht widerstrebend neben Frauchen wie ein begossener Pudel.
Ich schluffe nach Hause. Dabei kommt mir der Gedanke: Wie oft denken Menschen - manchmal auch ich dass Gott so ist wie diese Hundehalterin. Mal freundlich gestimmt, mal drohend und zornig. Oder bestraft er mich gar? Und wann wird er mir endlich wieder freundlich gestimmt sein? Doch alles das will Gott gar nicht sein. In der Bibel heißt es:
Denn ich weiß ja, was ich mit euch vorhabe, spricht Gott: Ich habe Frieden für euch im Sinn und kein Unheil. Ich werde euch Zukunft schenken und Hoffnung geben. (Jeremia 29,11)
Und Jesus bekräftigt: Ich nenne euch Freunde und nicht mehr Sklaven. Denn ein Sklave weiß nicht, was sein Herr tut. Aber ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. (Johannes 15,15) Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag und die Entdeckung: Gott ist für Sie und mich alles andere als ein Treiber und Manipulierer! Ihr Pastor Christof Lenzen aus Eschweiler.
Gott, der verunsicherte Hundehalter
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