Shalom - Frieden schaffen
Autorin: Heute feiern viele jüdische Familien in Deutschland Tu biSchevat, "den 15. Schevat. Besser bekannt als das Neujahrsfest der Bäume.
Ein Tag, der das Ende des Winters markiert und an dem die Schönheit der Natur, der Bäume gefeiert wird. Wenn es um jüdische Feste geht, kennt Gisela Habekost sich aus. Obwohl sie evangelische Christin ist. Als Kind hatte sie schon früh von ihren Eltern viel über die jüdische Religion und die deutsche Nazi-Vergangenheit erfahren. Ihr Interesse am Judentum hielt an. Seit einigen Jahren engagiert sich die Heilpädagogin im Ruhestand in der jüdischen Gemeinde in Unna. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Vereins Stern e.V., der von jüdischen Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion gegründet wurde.
O-Ton: Als ich Kontakt zu der Jüdischen Gemeinde bekam, da wusste ich ganz deutlich, ich möchte zu denen gehören, die was tun, die diese Gemeinde zu einer lebensfähigen Gemeinde machen.
Autorin: Seitdem verfasst sie Texte für Gemeindeglieder, schreibt Pressemitteilungen über Großveranstaltungen und sucht die Nähe zu den Menschen.
O-Ton: Konkret habe ich vor einem Jahr ein Erzählcafé eröffnet. Das hat zum einen den Grund, dass wir uns regelmäßig treffen und dass das fürs Gemeindeleben etwas Belebendes ist, wir haben ein Thema und das ist eine Form von Geselligkeit von Lernen und zur Gemeinde kommen, und es wird gut angenommen.
Autorin: Durch den nationalsozialistischen Terror zwischen 1933 und 45 starben in Unna 146 Jüdinnen und Juden. Die fast 700-jährige jüdische Geschichte in Unna war damit beendet.
Mit der Gründung des Vereins "Stern e.V." im Jahr 2004 entwickelte sich wieder neues kulturelles jüdisches Leben in der Region. Bis schließlich im Mai 2007 die Jüdische Gemeinde gegründet wurde. Aus einer ehemaligen evangelischen Kirche in Unna-Massen wurde eine Synagoge, in der sich auch eine eigene Thora, eine Schriftrolle befindet. Da die Gemeinde klein ist und wenig Geld hat, kommt der Rabbi nur zwei Mal im Monat vorbei. Extra aus Berlin nach Unna.
O-Ton: In Berlin ist ein Rabbiner überfallen worden und zusammengeschlagen und das war Daniel Alter, der Rabbiner der jüdischen Gemeinde Unna.
Autorin: Im November vergangenen Jahres wurde ihm der bekannte Medienpreis Bambi verliehen, in der Kategorie Integration. Als die Mitglieder der jüdischen Gemeinde Unna davon erfuhren, beschlossen sie, ihn ebenfalls für seine friedensstiftende Arbeit auszuzeichnen.
O-Ton: Und dann hat er einen Ehrenpreis mit einer Urkunde bekommen und wir wussten dann, da er Daniel Alter heißt, dass es nur der Alter- native Preis sein kann.
Autorin: Für Gisela Habekost ist der Rabbiner Daniel Alter ein Vorbild im Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus. Unbeirrt pflanzt er weiter Samen des Friedens, aus denen vielleicht irgendwann einmal ein großer Baum erwächst. Auch Gisela Habekost streut Samen des Friedens und der Hoffnung, indem sie Gedichte schreibt:
O-Ton: Shalom- Frieden schaffen. Der Krieg in mir tötet alle Möglichkeiten. Ich will Frieden machen mit mir. Der Krieg mit dir ist der Anfang von Weltenbrand und Tod. Ich will Frieden machen mit dir. Das Wort, das ich sage, die Tat, die ich tue, Liebe, die ich schenke, um seinetwillen, um unseretwillen, sind Friedenssamen. Er fällt nicht vom Himmel. Wir müssen ihn machen. Mit der Bitte um heilenden Segen für alles Zerstörte. Lass uns den Frieden für möglich halten und dann tun, was wir tun müssen. Shalom!
Shalom - Frieden schaffen
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