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Woran Promis glauben: Manfred Rekowski
O-Ton: Mein biblisches Motto ist: Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.
Autorin: sagt Manfred Rekowski, der neue Präses der ev. Kirche im Rheinland . Am Donnerstag wurde der 54-jährige vom Kirchenparlament gewählt und ist somit Chef von knapp drei Millionen ev. Christen.
O-Ton: Mauern sind nicht Grenzen, die feststehen, die unüberbrückbar sind, sondern die auch aufgelöst werden, über die man hinauskommt, also der weite Horizont. Das ist mir was sehr Wichtiges.
Autorin: Sagen kann das nur jemand, der in seinem Leben schon viele Grenzen überwunden hat.
O-Ton: Ich hab ja in meinem Leben erlebt so gerade in den ersten Jahren meines Lebens, dass sich die Welten so grundlegend ändern können: Vom Bauernhof in Masuren in eine Zweieinhalbzimmerwohnung in einer Ruhrgebietsstadt bis hin ins lebensfrohe Rheinland.
Autorin: Als 5-jähriger kam er aus dem tiefen Osten aus Polen nach Gladbeck. Zusammen mit seinen Eltern und vier Geschwistern. Er besucht die Hauptschule, macht den Realschulabschluss und soll Verwaltungsinspektoranwärter werden. So wollen es die Eltern. Doch er macht Abitur und studiert Theologie: in Bethel, Marburg, Bochum und Wuppertal:
O-Ton: Ohne eine wirkliche Vorstellung davon zu haben, was der Pfarrberuf dann tatsächlich auch alles mit sich bringt.
Autorin: Er mit Gott und Gott mit ihm die beiden sind schon lange unterwegs.
O-Ton: Das muss eigentlich mit der Muttermilch begonnen haben.
Autorin: Und wird erst mit dem Tod enden:
O-Ton: Für mich ist wichtig, wenn ich an das eigene Sterben denke, dass ich mich darauf verlasse, dass mich von Gott nichts trennen kann.
Autorin: Und wie hält es der neue Präses mit dem Zweifel?
O-Ton: Meine Lieblingsgeschichte ist die vom Tod des Lazarus, der gestorben ist und seine Schwester geht Jesus entgegen und sagt: Und auch jetzt noch glaube ich. Und dieses trotz alledem, ist mir ein ganz wichtiger Satz.
Autorin: Manfred Rekowski kommt aus einer Frömmigkeit, die auch eine gewisse Enge hatte einen strengen Moralkodex und einen kontrollierenden Gott: als Jugendlicher hat er sich davon befreit. Heute weiß er
O-Ton: Der christliche Glaube muss geprägt sein vom Geist der Freiheit. Da muss man atmen können und das ist wichtig. Und das andere: Da läuft es mir eher kalt den Rücken herunter.
Autorin: Für ihn war die Ortsgemeinde ein wichtiger Ort seine Kirchengemeinde in Honrath im Rhein Sieg Kreis.
O-Ton: Ich hab das schätzen gelernt die volkskirchliche Tradition, die Offenheit, die Weite, die Vielfalt, die ist ja manchmal auch anstrengend, aber sie ist letztlich auch sehr bereichernd.
Autorin: Mit nur 35 Jahren war er bereits Superintendent hat erlebt wie seine Kirche in Wuppertal 52 Prozent ihrer Mitglieder verliert und 60% ihrer Pfarrstellen. Hat zwei Kirchenkreise fusioniert und war trotzdem kreativ: hat die Citykirchenarbeit in Barmen initiiert, den Bau der Synagoge in Barmen Gemarke und das ökumenische Hospiz.
O-Ton: Die Aufgabe unserer Generation ist, die großen Strukturen, die wir in der Kirche haben, an kleine Zahlen anzupassen. Das ist halt so.
Autorin: Nun ist Manfred Rekowski Chef der evangelischen Kirche im Rheinland Die Erwartungen an ihn sind groß. Zu Recht denn aufgrund seiner Lebens-geschichte:
O-Ton: hatte ich immer schon die Möglichkeit als Kind und Jugendlicher mir vorzustellen, dass alles ganz anders gehen kann. Und deswegen bin ich sehr wenig strukturkonservativ, sondern bin sehr offen für Neues und neugierig.
Autorin: Bleibt zu hoffen, dass sein Team genauso offen und risikofreudig ist wie er selbst. Manfred Rekowski: Der neue Präses der ev. Kirche im Rheinland.
Meint Sabine Steinwender aus Wuppertal.
Woran Promis glauben: Manfred Rekowski
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