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Jesus ist weit weg
Autor: Guten Morgen, liebe Hörerin, lieber Hörer! Wissen Sie, wo Jesus gerade ist? - - Wie? Was? Jesus? - Genau: Jesus! Wo ist der gerade? Heute morgen, am Donnerstag!
Jesus? Ist der nicht längst tot? - Ja, genau, so kann es einem manchmal vorkommen. Als ob Gottes Sohn längst tot wäre. Zumindest nicht in unserer Nähe und weit, weit weg. Viele haben zwar schon Einiges von Jesus gehört - im Religionsunterricht, in der Kirche oder in den Morgenandachten im Radio. Da wird gesagt: Jesus ist immer bei euch und hilft euch. Aber wenn es drauf ankommt - keiner da! Kein Anschluss unter dieser Nummer!
Auch die Bibel berichtet von solchen Erfahrungen. Sogar Maria, Jesu Mutter, hat das erlebt. Bei einer Hochzeit stellt sie fest, dass der Wein ausgegangen ist. Und sie sagt zu Jesus, der mit seinen Jüngern auch eingeladen ist:
Sprecherin: "Es ist kein Wein mehr da!" Doch Jesus antwortet ihr: "Frau, was kommst du mit solchen Dingen zu mir! Die Zeit zu helfen, ist für mich noch nicht gekommen!"
Autor: Unangenehm bis peinlich! Maria, hat das Problem der Gastgeber erkannt: "Es ist kein Wein mehr da!" Aber noch peinlicher dürfte die Jünger, die dabei sitzen, die schroffe Art berühren, mit der Jesus seine Mutter abfertigt: "Frau, was kommst du mit solchen Dingen zu mir!" Verstohlene Blicke werden sich da die Jünger zugeworfen haben: "Das kann ja heiter werden mit diesem Jesus, wenn der schon zu seiner Mutter so unfreundlich ist."
Aber auch Maria reagiert seltsam. Sie ist gar nicht beleidigt. Vielmehr wird sie ihren dreißigjährigen Sohn lange und durchdringlich angesehen haben und hat vielleicht bei sich gedacht: "Die Zeit zu helfen, ist für mich noch nicht gekommen! - Das klingt wie aus einer anderen Welt. Schon bei seiner Geburt haben Josef und ich seltsame Dinge gehört. Dass er Gottes Sohn sei. Jetzt hat er Jünger um sich gescharrt. Noch ist nicht die Zeit - sagt er. Aber ich fühle: Gottes Kraft beginnt, in ihm mächtig zu werden." Und Maria fasst sich ein Herz, winkt die Bediensteten herbei und sagt:
Sprecherin: "Was immer er euch aufträgt, das tut!"
Autor: Wenn mir die Lebenskraft auszugehen droht, wenn ich in der Krise bin, dann ist es richtig, dass ich Jesus um Hilfe bitte - so, wie das auch Maria getan hat. Und wie Maria mache ich dann auch die Erfahrung, dass Jesus nicht sofort hilft. Ich kenne manche, die große Probleme haben. Sie bitten und beten. Aber nichts geschieht. Da kann es einem schon mal so vorkommen, dass Jesus vielleicht doch nicht mit an unserem Tisch sitzt; dass er sich vielleicht doch gar nicht für unser Leben interessiert; als ob Jesus aus einer ganz anderen Welt sei. Und tatsächlich: Das ist Jesus auch. Jesus ist Gottes Sohn. Er kommt aus einer anderen Welt. Aber er kommt. Wäre Jesus nicht aus einer anderen Welt, wie könnte er uns dann helfen? Auch wenn es uns schwer fällt, das zu akzeptieren: Jesus lässt sich das Gesetz des Handelns von uns nicht aus der Hand nehmen. Er allein bestimmt den Zeitpunkt, wann er uns hilft und wie. Aber wir dürfen gewiss sein, dass sowohl seine Art der Hilfe als auch sein Zögern das Beste für uns ist. Für uns kommt es darauf an, dass wir mit unserem Bitten dranbleiben an Jesus; dass wir nicht aufhören, ihm zu vertrauen.
So macht es auch Maria.
Einen gesegneten Donnerstag wünscht Ihnen Pastor Reinhard Ellsel aus Lübbecke.
Jesus ist weit weg
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