Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

08.01.13; Pfarrer Reinhard Ellsel

Mitten im Leben

Autor: Guten Morgen, liebe Hörerin, lieber Hörer! Wissen Sie, was Jesus gerade macht? - Wie? Was? Jesus? - Genau: Jesus! Was macht der gerade?

Heute Morgen, am Dienstag, im noch ziemlich frischen Jahr 2013! - Jesus? Ist der nicht längst tot? - Nein! Jesus ist quicklebendig! Und er möchte, dass auch Ihr Leben voller Freude ist. So, wie damals, als seine Nachfolger Wunderbares mit ihm erlebten:

Sprecherin: In dem Dorf Kana in Galiläa wird eine Hochzeit gefeiert. Die Mutter von Jesus ist dort, und auch Jesus ist mit seinen Jüngern eingeladen. Während des Festes stellt sich heraus, dass der Wein nicht ausreicht. Da sagt Maria zu ihrem Sohn: "Es ist kein Wein mehr da!" Doch Jesus antwortet ihr: "Frau, was kommst du mit solchen Dingen zu mir! Die Zeit zu helfen, ist für mich noch nicht gekommen!" Trotzdem sagt seine Mutter zu den Bediensteten: "Was immer er euch aufträgt, das tut!" Nun gibt es im Haus sechs steinerne Wasserkrüge. Man benutzt sie für die vom jüdischen Gesetz geforderten Waschungen. Jeder von ihnen fasst achtzig bis einhundertzwanzig Liter. Da fordert Jesus die Diener auf: "Füllt die Krüge mit Wasser!" Und sie füllen die Gefäße bis zum Rand. Dann sagt er: "Jetzt bringt dem Küchenchef eine Probe davon!" Und sie bringen sie ihm. Der Küchenchef probiert den Wein, der vorher Wasser gewesen ist. Er weiß allerdings nicht, woher der Wein kommt. Nur die Diener wissen Bescheid. Da ruft er den Bräutigam zu sich und sagt: "Jeder bietet doch zuerst den besten Wein an! Und erst später, wenn alle schon angetrunken sind, kommt der billigere Wein auf den Tisch. Aber du hast den besten Wein bis jetzt zurückgehalten!" (Johannes 2,1-10)

Autor: Es ist kein Wunder, dass Jesus sein erstes Wunder auf einer Hochzeit wirkt. Jesus ist kein Einsiedler in der Wüste. Der Sohn Gottes steht mitten im Leben - teilt die Freuden und auch die Schwierigkeiten mit den Menschen, die ihn umgeben. Aus der Bibel erfahren wir, dass Jesus kurze Zeit zuvor seine ersten Jünger berufen hat: Andreas und Simon, Philippus und Nathanael. Eine spannende Zeit hat er seinen Jüngern versprochen:

Sprecherin: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf- und herabfahren über dem Menschensohn."

Autor: Diesen offenen Himmel erleben die Jünger nun mit Jesus zum ersten Mal bei einer Hochzeit. Wie selbstverständlich sind sie mit eingeladen. Offen scheint der Himmel auch für die Brautleute zu sein und für ihre Hochzeitsgäste. Jedenfalls hängt für die Brautleute der Himmel voller Geigen. Für die meisten Menschen ist ja die Hochzeit einer der schönsten Augenblicke im Leben. Und der Lebensbund, den Mann und Frau voller Hoffnung schließen, ist ein Grund zur Freude für jung und alt. Damals in Kana, im Vorderen Orient, ist das gesamte Dorf eingeladen und es wird mehrere Tage lang kräftig gefeiert. Gut, dass Jesus dabei ist. Er hilft, dass das Fest gelingt. Das war damals. Aber wissen Sie, was Jesus jetzt gerade macht? Ich glaube, dass Jesus mit an meinem Tisch sitzt. Jesus ist überall dort, wo wir ihn einladen - so, wie bei der Hochzeit in Kana.

Für mich ist Jesus nicht tot. Sonst würde ich ja nicht mit ihm reden, nicht zu ihm beten. Und ich rede mit Jesus, weil ich damit rechne, dass ihn mein Alltag mit seinen Hochs und Tiefs interessiert. Ich muss nicht alleine durch das Leben stolpern, sondern ich weiß: Jesus geht mit mir. Das macht mir Mut. Einen Dienstag mit vielen Ermutigungen wünscht Ihnen Pfarrer Reinhard Ellsel aus Lübbecke.

 

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