| |
Mehr, als wir sehen, hören oder fühlen
Wenn sich für jemanden eine neue Welt erschließt, dann kann das sein ganzes Leben umkrempeln. Diese Erfahrung macht Horton, ein kleiner Elefant, der im Dschungel lebt.
Er hat meistens gute Laune, ist zugleich etwas tollpatschig und außerdem die Hauptfigur in dem Film Horton hört ein Hu.
Mit diesem Titel ist auch schon der Konflikt beschrieben, in den Horton gerät. Weil er so große Elefantenohren hat, kann er unheimlich gut hören. Besser als alle anderen Tiere des Dschungels. Deshalb hört er eines Tages ein leises Rufen, das von einem kleinen Staubkorn kommt. Er fängt dieses Staubkorn und stellt fest, dass sich darauf tatsächlich kleine Wesen befinden. Es sind die Hus, die dort in ihrer eigenen Welt leben. Vieles ist bei ihnen anders als in unserer Welt. Aber auch die Hus haben Häuser, Autos und Kinder, dazu einen Stadtrat und einen Bürgermeister.
Dieser Bürgermeister ist zunächst der Einzige, der von Horton etwas mitbekommt. Alle anderen Hus gehen davon aus, dass außerhalb ihrer Welt nichts existiert. Deshalb erklären sie den Bürgermeister für verrückt, als er ihnen sagt, er habe mit einem Wesen im Himmel gesprochen.
Parallel dazu hat auch Horton seine Probleme. Eigentlich will er ja nur das Staubkorn, diese winzige Welt mit den Hu`s, in Sicherheit bringen. Aber weil kein anderes Tier die Hus hören kann, glaubt ihm keiner, dass sie überhaupt existieren. Im Gegenteil - die anderen Tiere stellen sich auf den Standpunkt: Wenn man etwas nicht sehen, nicht hören oder nicht fühlen kann, dann existiert es nicht!
An diesem Satz muss sich im Folgenden nicht nur Horton abarbeiten sondern auch der Bürgermeister der Hus. Denn für ihn besteht ja dasselbe Problem: Wie sollen die kleinen Hus daran glauben, dass es da oben im Himmel ein Wesen gibt, das viel größer ist als sie alle zusammen? Und auch ganz anders aussieht? Und wie sollen die Hus daran glauben, dass ihre Welt nicht von allein besteht? Sondern durch dieses große und unsichtbare Wesen beschützt wird? Es dauert eine ganze Weile, bis die Hus sich auf diesen Glauben einlassen können.
Für uns Menschen ist die Situation ja ähnlich. Auch wir stehen vor der Frage, wie wir an einen Gott glauben können, der ganz anders ist als alles, was wir kennen. Der unheimlich groß und mächtig ist und dem wir doch so wichtig sind, dass er uns liebt und behütet. Für viele Menschen scheint das sehr weit hergeholt. Sie machen es lieber wie die Hus. Sie halten sich an den Grundsatz: Wenn man etwas nicht sehen, nicht hören oder nicht fühlen kann, dann existiert es nicht!
Der Film Horton hört ein Hu macht aber deutlich: Dieser Grundsatz greift viel zu kurz. Es gibt Dinge, die wir nicht sehen, hören oder fühlen können. Zum Beispiel die kleinsten Bestandteile unserer Materie. Oder auch jede Menge Planeten und Sterne, die wir selbst mit unseren besten Fernrohren nicht erkennen können. Die sich davon aber nicht beeindrucken lassen sondern friedlich weiter existieren.
Insofern können wir nicht wissen, ob es außerhalb unserer Welt nicht noch andere Welten gibt. Und wir können auch nicht wissen, ob es außerhalb unserer Reichweite ein Wesen gibt, das viel größer ist als wir und auch ganz anders aussieht. Das aber direkt in unsere Welt eingreift und sie trägt und beschützt. Daran zu glauben, ist kein Hirngespinst. Sondern eine echte Möglichkeit. Sie setzt allerdings voraus, dass wir uns nicht mit dem zufrieden geben, was wir sehen, hören und fühlen können. Aber wenn wir uns auf diese Bedingung einlassen, dann eröffnen sich für uns völlig neue Dimensionen.
Mehr, als wir sehen, hören oder fühlen
|