Nach Hause
Musik: Ich will nicht mehr kämpfen. Ich will nicht mehr stark sein. Ich will nach Hause.
Autor: Die Wise Guys haben ein Lied geschrieben über dieses besondere Gefühl: ein Zuhause haben.
Musik: So viele Jahre irgendwo, Überall und Nirgendwo, irgendetwas machen, kämpfen gegen Drachen und die Nerven nicht verlieren.
Autor: Irgendwie passt das Lied zum Januar. Es ist dunkel, es ist kalt, die Tage sind kurz. So mancher pflegt seine alljährliche Winterdepression.
Musik: Ich fühl mich leer und ausgelaugt. Keine Idee, die etwas taugt. Fremde Gesichter. Kalte Großstadtlichter. Mittendrin und nicht dabei.
O-Ton: Als Dän uns das Demo vorgespielt hat, hatten einige von uns Tränen in den Augen. Und es ist wirklich ein Lied, (...) das viele Menschen, glaub ich, berührt.
Autor: So erinnert sich Eddi, eigentlich Edzard Hüneke, Gründungsmitglied und bis heute ein Kopf der Wise Guys. Menschen kommen gerne nach Hause.
Musik: Ich will nicht mehr kämpfen. Ich will nicht mehr stark sein. Ich will nach Hause. Mein Zuhause ist nicht hier. Mein Zuhause ist bei dir. Ich will nach Hause.
O-Ton: Das ist natürlich ein Bild nach hause für einen Ort, in dem die Dinge ihre Richtigkeit haben und in dem man glücklich sein kann, wo man sich aufgehoben fühlt.
Autor: So erlebt es auch der Musiker selbst.
O-Ton: Ich habe ja immer nur diesen Moment (...) und dann ist das auch in dem Moment mein Zuhause. Ganz egal, ob ich grad im Auto auf der Autobahn sitze, (...) auf der Bühne stehe oder eben mit meiner Familie wirklich zuhause bin.
Musik: So viele Jahre auf der Flucht, hoch auf dem Seil über der Schlucht. Falsches vorgegeben. Die Stille vor dem Beben. Da sein. Funktionieren.
Autor: Wer nicht nur funktionieren will, muss besser auf sich achten. Nicht immer nur zurück oder voraus denken, sondern einfach mal inne halten. Genau das ist dem Sänger und Autor wichtig geworden.
O-Ton: Ich spüre den Boden, ich spüre mich atmen, ich habe irgendwelche Empfindungen im Körper. Und wenn ich mich mit der Aufmerksamkeit darauf richte (...) dann beruhigen sich auch viele Stressmuster und dann kommt so ein Fließen, ein Genuss selber dahin, und ich kann mich ganz gut damit identifizieren, das auch ein Zuhause zu nennen.
Musik: Ich will nicht mehr kämpfen. Ich will nicht mehr stark sein. Ich will nach Hause.
Autor: Diese Sehnsucht nach einem Zuhause kennen viele. Manchmal ist es ein bestimmter Platz im Wohnzimmer, oder eine bestimmte Zeit, wenn endlich Feierabend ist. Und manchmal sucht die Sehnsucht noch mehr.
O-Ton: Insofern kann das auch als religiöse Metapher verstanden werden oder als Bild für ein ich möchte zu diesem bestimmten Menschen, bei dem ich mich so fühle Das ist auch wieder ein Text, der vieles offen lässt.
Autor: Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir heißt es in einem Psalm in der Bibel. Auch bei Gott kann man sich so geborgen fühlen.
Musik: Mein Zuhause ist nicht hier. Mein Zuhause ist bei dir. Ich will nach Hause.
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