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Glanz
Wenn an Silvester die Glocken läuten, dann werden auch in diesem Jahr wieder die Raketen und Leuchtkörper bunte,
knallende und zischende Herrlichkeiten an den nächtlichen Himmel malen. Und in diesem Jahr wird es wahrscheinlich wieder teurer und aufwendiger sein als im Vergangenen. Als Jugendlicher hat es mir große Freude gemacht, es einmal richtig krachen zu lassen. Heute schaue ich mir lieber das schöne Spektakel am Himmel an. Es gibt da ja wirklich wunderschöne Funkenspiele zu sehen. Auch wenn es immer mehr Menschen gibt, die daran erinnern, dass das alles sehr viel Geld kostet. Dass es problematische Produktionsbedingungen in China gibt. Die den Sinn der Knallerei hinterfragen. Und außerdem passieren immer wieder gefährliche Unfälle. Deshalb sind Aktionen wie Brot statt Böller sicher eine gute Alternative. Der Brauch, das alte Jahr mit Lärm und Krach zu beenden, hat ja eine alte Tradition. Schon bei den alten Germanen hat man auf diese Weise versucht, die bösen Geister zu vertreiben. Das erscheint uns heute fremd und unsinnig. Dahinter steht die Vorstellung, dass das Erscheinen einer Gottheit begleitet wird von der Erschütterung der Erde. So war für die Germanen ein Gewitter ein Hinweis auf das Erscheinen ihres Gottes Donar. Und auch im Alten Testament wird erzählt, dass das Erscheinen der Herrlichkeit Gottes begleitet war mit einem Gewitter am Himmel.
Wenn unsere Vorfahren also am Jahresende mit Rasseln, Peitschen und Dreschflegeln Getöse machten, sollten die bösen Geister beim Hören des Lärms erschrocken das Weite suchen. Ab dem Mittelalter meinte man, Glockengeläut, Pauken und Trompeten könnten vor bösen Geistern schützen. Nun, auch wenn für aufgeklärte Menschen diese Vorstellung längst überholt, ist, wissen wir dennoch, dass nicht alles gut ist auf dieser Erde. Und wir wissen, dass der menschliche Geist auch sehr böse Pläne aushecken kann. Und gerade am Ende eines Jahres fragen wir uns mit Recht: Was wird das neue Jahr bringen? Gute Zeiten? Schlechte Zeiten? Werden die Menschen, die jetzt schon böse Pläne haben, zum Ziel kommen? Und wie können wir ihnen das Handwerk legen? Wie kann das neue Jahr gut werden, so, dass auch über dem neuen Jahr ein Glanz liegt? Dass wir fröhlich ins neue Jahr gehen können? Als Christ glaube ich, dass Gott in Jesus Christus erscheint. Das haben wir vor ein paar Tagen an Weihnachten, dem Fest der Geburt Jesu, gefeiert. Und auch da ist von einem besonderen Glanz die Rede. Da heißt es:
Sprecherin: Das Wort ward Mensch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. (Johannes 1,14)
Die Herrlichkeit, von der hier die Rede ist, wird nicht mit Donner und Blitz beschrieben. Sondern mit Gnade und Wahrheit. Gnade und Wahrheit. Das könnte dem neuen Jahr einen Glanz verleihen. Ein Glanz, der dazu beiträgt, dass der Geist der Lüge und des Betrugs vertrieben wird. Ein Glanz des gnädigen Blicks, der uns heraushilft aus dem Fluch, perfekt sein zu müssen. Und ständig nur nach Leistung bemessen zu werden.
Mit dem Wunsch, dass nicht nur am Silvesterabend um 24.00 Uhr, ein schöner Glanz über unserem Jahresanfang liegt, sondern dass wir Menschen in 2013 etwas gnädiger, barmherziger und wahrhaftiger miteinander umgehen grüßt Sie Pastor Christoph Neumann aus Iserlohn.
Glanz
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