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Licht
Wer die Orientierung verloren hat, braucht manchmal nur ein einziges Licht, um wieder Hoffnung zu schöpfen, liebe Hörerinnen und Hörer.
Es war an einem Sonntag im Dezember Es hatte geschneit. Die weiße Winterlandschaft mussten wir natürlich genießen. Am Nachmittag waren wir losgezogen, um einen Spaziergang zu machen. Und weil es ein so schöner Wintertag war, wurde unser Spaziergang durch verschneite Fichtenwälder immer ausgedehnter, bis uns klar wurde, dass wir ja auch wieder umkehren mussten. Und so traten wir den Rückweg an. Nun wird es im Dezember ja schon früh dunkel. An einer Wegkreuzung waren wir uns dann nicht mehr ganz sicher: Müssen wir jetzt rechts oder links entlang? Wir entschlossen uns endlich zu einer der beiden Möglichkeiten, aber mit der Zeit wurden wir immer unsicherer. Bis uns endlich allen klar war, dass wir uns verlaufen hatten. Keiner von uns wusste mehr, wo wir wirklich waren. Keiner hatte ein Navigationsgerät dabei, das uns geholfen hätte, unseren Standort heraus zu finden. Einige von uns versuchten am Himmel den Polarstern zu finden, und so wenigstens herauszubekommen, wo Norden war, aber auch das gelang nicht. Es war schrecklich. Wir wurden hungrig und müde. Die ersten Tränen flossen aus Wut oder Ratlosigkeit. Irgendwann musste doch mal wieder ein Dorf kommen, von wo man einen Taxi anrufen oder mit einem Bus zurückfahren konnte. Nachdem wir lange so herumgeirrt waren, entdeckte einer zwischen den Bäumen ein Licht. Dort fanden wir endlich ein abgelegenes Haus. Und freundliche Menschen, die uns den Weg nach Hause zeigen konnten. Was einer kleinen Gruppe vor ein paar tausend Jahren passierte, als es noch nicht selbstverständlich war, mit GPS und Navigationsgeräten unterwegs zu sein, das erzählt der Prophet Jesaja:
Sprecherin:
das Volk, das im Dunkeln wandert hat ein großes Licht gesehen und denen, die am Ort und im Schatten des Todes saßen, ist ein Licht aufgegangen. (Jesaja 9, 1)
Autor: Damals haben nicht nur ein paar Spaziergänger die Orientierung verloren, sondern eine ganze Gesellschaft. Die Menschen, von denen Jesaja erzählt, waren aus ihrer Heimat in das fremde Babylonien verschleppt worden. Dort fanden sie sich nicht zurecht. Bis der Prophet ihnen von einem Licht erzählt. Ein Licht, das über dem dunklen Horizont schon zu sehen ist. Und das ein besserer Leben unter einer anderen Herrschaft verspricht.
Sprecherin: Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. (Jesaja 9, 5)
Autor: Das war lange vor Christi Geburt. Für die ersten Christen hat sich diese Ankündigung durch die Geburt Jesu im Stall von Bethlehem erfüllt. Dorthin, so wird uns erzählt, gehen weise Männer aus dem Osten, die auf der Suche nach einem neugeborenen König sind. Diese Astrologen aus dem fernen Babylonien, sie entdecken voller Freude über dem Stall von Bethlehem das Licht, das der Prophet Jesaja angekündigt hatte. Wenn die Christinnen und Christen heute das Weihnachtsfest feiern, dann gehören die Lichter dazu. Und der Gottesdienst. Und ich meine, es lohnt sich auch heute noch, dort Orientierung zu suchen. Denn es leuchten zwar zur Weihnachtszeit ungezählte Lichterketten in den Fußgängerzonen. Aber wir Menschen tappen in vielen Bereichen noch immer im Dunkeln
Ein fröhliches Weihnachtsfest, an dem Ihnen ein Licht aufgeht und Sie wieder Hoffnung schöpfen, wünscht Ihnen aus Iserlohn Ihr Pastor Christoph Neumann.
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