Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

24.12.12; Stefanie Schardien

Wunsch

Wenn ich mir für heute Abend wirklich etwas wünschen dürfte, dann wäre das, den Heiligabend noch einmal so erleben zu können wie als Kind.

Mit dieser riesigen Vorfreude, und mit all den Gefühlen von damals. Ich hab es geliebt, schick gemacht in der Kirche zu sitzen, die Jesuskindpuppe in der Krippe zu bewundern und am Ende inbrünstig „O, du Fröhliche“ zu singen. Als Kind hatte ich das Fest natürlich noch nicht tief durchdacht. Ich hatte eher so eine Ahnung, dass es viel bedeutet, wenn Gott echt Mensch wird in diesem Jesuskind. Aber: diese tiefe Freude, die so viele Menschen die Geburt Jesu feiern lässt, die habe ich gerade als Kind gespürt.

So geht’s irgendwie nicht mehr, wenn man erwachsen ist. Abgeklärt ist man und viel zu cool für die Flöte unterm Weihnachtsbaum. Vom Familienstress mal ganz abgesehen. Ganz lässig gar nicht zu feiern oder den Abend nur in einem Club zu verbringen, passt aber auch nicht so richtig. Dafür ist mir diese Nacht einfach zu besonders, heilig eben.  

Darum bin ich doppelt froh, dass es die Gottesdienste gibt. Dort kann ich mir die Weihnachtsgeschichte vorlesen lassen und höre jetzt jedes Jahr andere Dinge darin. Da ist selbst das Singen nicht peinlich, weil es alle tun. Und wenn sich am Ende alle fröhlich „Gesegnete Weihnachten“ wünschen, dann spüre ich wieder was von der Freude. Echt. ¬

Sprecherin: Alexa Christ

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