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Reise
Ich packe meinen Koffer und fahre zum Flughafen. Dort treffe ich die anderen aus der Reisegruppe. Wir steigen in ein Flugzeug.
Einige Stunden später sind wir in einem fremden Land. Die Sonne scheint. Es ist schwül. Die Sprache der Menschen verstehe ich nicht.
Vor dem Flughafen wartet ein Bus auf mich. Ich fahre zu einem Tempel, danach gehts ins Museum, ein Audioguide erklärt auf Deutsch, was ich sehe. Die Reisegruppe ist nett. Abends fahre ich ins Hotel. An den Straßen, Stände mit frisch geernteten Mangos. Die meisten befolgen den Rat des Reiseführers kein frisches Obst zu essen. Einmal spreche ich mit einem Bewohner des Landes, weil ich eine Flasche Wasser bei ihm kaufe. So geht das einige Tage.
Nach der Reise ein Blick auf die Fotos. Viele Außenansichten. Ich war in keinem der Häuser, bin gereist, ohne in Berührung zu kommen. Und so geht es mir öfter. Ich begegne Menschen, ohne mich wirklich auf sie einzulassen. Lese Berichte über Dinge, die ich gar nicht wirklich verstehen will. Bleibe auf meinem sicheren Standpunkt. Vielleicht schafft es ein Gedanke von dem Dichter Hugo von Hofmannsthal, dass ich mich bewege:
Es ist ein entscheidender Unterschied, ob Menschen sich zu anderen als Zuschauer verhalten können, oder ob sie immer Mitleidende, Mitfreudige, Mitschuldige sind: diese sind die eigentlich Lebendigen.1
Sprecherin: Alexa Christ
1Aphorismen der Weltliteratur aus 500 Jahren
Hg. Simone Frieling und Dieter Lamping, Anaconda Verlag, Köln 2008.
Aus: Buch der Freude. Hg. von Ernst Zinn. Insel Verlag, Frankfurt am Main, 1967.
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