Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

29.11.12; Claudia Maier

i,Slam

So könnte ein Witz anfangen: Ein Rabbi, eine Pfarrerin und ein Imam stehen bei einem Poetry Slam zusammen auf der Bühne.

Ist aber kein Witz. Zwei Jugendliche haben das Projekt i,Slam gegründet. Der i,Slam ist ein Poetry Slam für junge, talentierte Muslime, die sich sowohl zum Geschehen in Deutschland als auch zu Ereignissen weltweit in Form von lyrischen Texten äußern und diese auf einer Bühne vor Publikum sprechen.

Sechs Minuten haben die Slammer Zeit, ihre Texte vorzutragen. Es geht um Religion, Liebe, Schule, Familie. Manche Texte sind lustig, andere regen zum Nachdenken an. Wichtig ist den Veranstaltern einem negativen Islambild in der Gesellschaft entgegenzutreten. Angefangen hat das alles in Berlin, doch mittlerweile finden bundesweit Veranstaltungen statt.

Das interessante daran: Die Verantwortlichen laden auch christliche und jüdische Gläubige ein, um gemeinsam zu slammen. Und es bleibt nicht bei den Jugendlichen. Auf der i,Slam Bühne standen auch schon ein Rabbi, ein Imam und eine Pfarrerin. Alle drei Profis im Vortragen von Texten. Trotzdem zitterten die Textblätter in ihren Händen, als sie ihre Gedanken zur eigenen und zur Religion des anderen vortrugen. Das Publikum bedankte sich für ihren Mut mit tosendem Applaus.

Sprecherin: Alexa Christ

 

Audiobeitrag i,Slam


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