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Leben mit dem Tod
Guten Morgen, liebe Hörerin, lieber Hörer! Wenn ich einmal sterben muss - was kommt nach dem Tod? Und was sollen die anderen von mir in Erinnerung behalten?
Die ARD-Themenwoche setzt sich in den nächsten Tagen mit diesem interessanten und schwierigen Thema auseinander. Leben mit dem Tod. Als Pfarrerin werde ich oft mit dem Thema Tod konfrontiert. Gesellschaftlich wird es eher verdrängt. Christen sprechen beim Thema Tod auch von der Auferstehung. Für mich ist es schwer, mir diese Auferstehung konkret vorzustellen. Wie genau das aussehen mag, was nach dem Tod kommt, das kann uns keiner sagen. Die Bibel selbst spricht in Bildern. Auch der Apostel Paulus setzt sich in seinem 1. Brief an die Gemeinde in Korinth mit der Frage der Gemeinde auseinander:
Sprecher: Wie soll denn das zugehen, wenn die Toten auferweckt werden? Was für einen Körper werden sie dann haben?«
Autorin: Und seine Antwort lautet:
Sprecher: Wenn du einen Samen ausgesät hast, muss er zuerst sterben, damit die Pflanze leben kann. Du säst nicht die ausgewachsene Pflanze, sondern nur den Samen (
) Gott aber gibt jedem Samen, wenn er keimt, den Pflanzenkörper, den er für ihn bestimmt hat. Jede Samenart erhält ihre besondere Gestalt. (
) So könnt ihr euch auch ein Bild von der Auferstehung der Toten machen. (1. Korinther 15,35-42)
Autorin: Da ist man ja erst einmal überrascht und fragt sich: Wie? Unser Leben ist nicht mehr als ein kleines unscheinbares Korn? Ich glaube, dass Paulus das Bild von dem kleinen Korn deshalb wählt, um deutlich zu machen, wie wunderbar, wie unvorstellbar und schön die Auferstehung gegenüber unserem Leben auf dieser Erde sein wird. Aus einem kleinen Samenkorn erwächst etwas ganz Neues.
Unser Leben ist die Saat, ist wie das Samenkorn. Mit diesem Bild macht Paulus deutlich, was in uns steckt, in unserem Leben. Die Liebe, die wir geben, die Hoffnung, die wir ausstrahlen, den Glauben, den wir leben - das alles verliert seine Bedeutung nicht, wenn der Tod kommt und wir den Leib eines Menschen in die Erde legen oder verbrennen müssen. Der Kern, das, was diesen Menschen ausgemacht hat, das ist bei Gott nicht wertlos oder verloren. Es wird zur Grundlage, zur Basis von etwas Neuem, Wunderbarem und Großem. Das, was das Leben ausgemacht hat - all das ist mit dem Tod nicht verloren. Gott weiß darum und achtet es wert, es zum Samenkorn der Auferstehung zu machen. Die Hülle, die fällt herab, die Schale. Schmerz, Tränen, Verletzungen und auch das, was nicht gelungen ist, was unbeantwortet ist, das bleibt wie die Schale des Samenkornes zurück. Doch der Kern, das, was Gott als seine guten Gaben in uns gelegt hat, das wird der Beginn für sein ewiges Leben mit uns. Wie auch immer man sich das konkret vorstellen mag. Für manche heißt dass, in der Erinnerung der Menschen weiterzuleben, die sie geliebt haben. Für andere hat es mit einer anderen Welt zu tun, in die wir auferstehen.
Lieber Hörer, liebe Hörerin, wenn ich das vor Augen habe: Mein Leben hier und heute ist der Beginn eines noch viel größeren, ewigen Lebens. Das, Gute, das bleibt und das, was nicht gelungen ist, das geht mit dem Tod unter. Das macht mich gelassener und frei, meinen Lebensweg zu gehen und auch den Tod nicht zu fürchten. Mein Morgenwunsch ist deshalb heute: Mögen wir den Kern, den Sinn, den Gott unserem Leben geben will, in uns entdecken. Dass wir die Liebe leben, die Hoffnung suchen, den Glauben einüben bis wir hoffentlich in der Zukunft einer anderen Welt die Menschen wiedersehen, die wir lieben.
Aus Augustdorf grüßt Sie Ihre Pfarrerin Johanna Krumbach.
Leben mit dem Tod
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