Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

13.11.12; Claudio Gnypek

Till auf den Philippinen

Sprecher: Till hat ein Jahr voller Abenteuer hinter sich. Er hat auf den Philippinen für die evangelische Kirche gearbeitet. Hört sich erstmal relativ harmlos an ...

O-Ton Till: Ich habe in einem Daycarecenter, also in einer Vorschule unterrichtet. Ich habe nebenbei das ganze Kirchenleben da kennen gelernt und bin durchs Land getingelt mit der Gemeinde und habe mich gleichzeitig noch im Menschenrechts-Office der Kirche engagiert.

Sprecher: Und das war nicht ungefährlich, denn dieses Office hilft durch Beratungen und öffentliche Kampagnen zum Beispiel Bauern, die von ihrem Land vertrieben werden sollen. Bei einer Aktion hat Till selbst mitgemacht. Es war ein eigentlich friedlicher Protestmarsch von Bauern gegen das Militär.

O-Ton Till: Es gab eine Kundgebung vor dem Militärstützpunkt in Manila, dem größten Militärhauptquartier. Und da standen dann 50 Bauern mit ihren Kindern zum Teil, alle friedlich, haben ins Mikrofon gesprochen, haben eine Rede gehalten. Und auf einmal ging das Tor auf, 200 schwer bewaffnete Polizisten kamen raus. Und dann gab es den Räumungsbefehl und uns wurde nahegelegt zu gehen, da es sonst die Polizei übernehmen würde.

Sprecher: Die Protestierenden zogen sich zurück. Doch die Mitarbeiter der Kirche kämpfen weiterhin gewaltlos, aber mit aller Macht für ihre Rechte. Die Erfahrungen haben bei Till Spuren hinterlassen. Und ihn in seiner Studienwahl bestärkt. Till studiert jetzt Politikwissenschaften.

Sprecher: Alexa Christ

 

Audiobeitrag Till auf den Philippinen


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