Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

31.10.12; Daniel Schneider

Reformationsexperiment

Es muss ja nicht immer die ganz große Reform sein - ein paar Nummern kleiner geht doch auch. Heute ist Reformationstag. Reformation bedeutet übersetzt: Zurückgestaltung.

Und ich nutze diesen Tag und starte ein kleines Zurückgestaltungsexperiment.

Ich wohne direkt neben einer Kirche und die Kirchenglocken nerven mitunter. Früher haben sich die Menschen an dem Glockengeläut noch ganz anders orientiert. Es bimmelte zum Feierabend, zum Gottesdienst, wenn ein Unglück passiert war oder etwas Schönes anstand.

Ich habe mich bewusst entschieden, die Bimmelei auch in meinen Alltag zu integrieren. Wie die Menschen damals. Ich arbeite einige Tage in der Woche zuhause und wenn ich also daheim bin und das Läuten der Glocken höre, möchte ich mir ab heute bewusst Zeit nehmen und eine Minute pro Geläut innehalten.

Morgens möchte ich mich auf den vor mir liegenden Tag fokussieren: Was steht an? Welche Erwartungen habe ich? In welcher Stimmung befinde ich mich? Mittags versuche ich an gar nichts zu denken. einfach mal kurz abschalten. Laptop und Gehirn auf Ruhezustand und einfach nur still sein. Und abends gibt's eine Minitagesbilanz. Wie war's heute? Was hat geklappt, was nicht?

Für mich werden das Gebete. Gott hört mit und ich lade ihn ein, mit mir durch den Tag zu gehen. Das gibt mir Kraft. Mal schauen, wie sich diese kleine Reformation anfühlt und ob ich das durchhalte. Ich suche übrigens noch Mitreformer.

Sprecher: Daniel Schneider

 

Audiobeitrag Reformationsexperiment


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