Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

20.10.12; Pfarrer Michael Nitzke

Integration im Supermarkt

O-Ton Atmo: Einkaufs-Wagen rausziehen - Geld auf Zahlteller

O-Ton: Wir haben halt verschieden Sorten im Angebot, Körnerbrötchen, ich kann verschiedene Körnerbrötchen anbieten oder normale Brötchen. Die Mandelstange wär im Angebot, zurzeit diese Woche für 79 Cent.

Autor: Michael Gottner stellt das Angebot der Bäckereiabteilung in einem Supermarkt in Bochum vor. Doch dieser Markt ist nicht wie jede andere. „Cap-Markt“ steht über dem Eingang. Die Hälfte aller Mitarbeiter hat hier ein Handicap, ist behindert, wie man sagt. Dieter Groß ist Stammgast im Cafébereich namens Cap-puccino:

O-Ton: Wir fühlen uns sehr gut bedient, wir sind auch froh, dass wir den Laden hier haben und dass wirklich was getan wird, auch für Behinderte, die eben hier integriert werden. … Es wird hier kein Behinderter diskriminiert oder was, oder blöd angemacht, wie‘s schon mal der Fall sein könnte.

Autor: Für Marktleiter Holger Latza war das nicht selbstverständlich:

O-Ton: Vor der Eröffnung haben die Kunden auf diesen Hinweis: „Wir arbeiten mit behinderten Menschen“ sehr skeptisch reagiert. Nachdem wir eröffnet hatten und die Kunden sich mit den Angestellten unterhalten haben und gesehen haben, mit welchem Elan sie an die Arbeit gehen und mit welcher Freundlichkeit sie die Kunden behandeln und begrüßen: kein Unterscheid mehr zu den Leuten ohne eine Behinderung.

O-Ton: Wir haben heute im Angebot: Chicken-Wings, Hähnchenflügelchen mariniert, unmariniert. Schinkenschnitzel, Schinkengulasch und nen Schinkenbraten.

Autor: Doch auch die Mitarbeitenden arbeiten gerne im Cap-Markt: so wie Tanja Frerik :

O-Ton: Also ich fühl mich ganz wohl hier auf der Arbeit. Bin schon von Anfang an dabei, und wir so ne schöne zusammengewachsene Arbeitsgruppe geworden.

Autor: Der Cap-Markt muss wie sich wie jedes Unternehmen am Markt behaupten. Doch neben verschiedenen öffentlichen Förderungen steht die Evangelische Kirche hinter diesem Projekt. Rainer Rautenberg vom Diakonischen Werk:

O-Ton: Wir stellen ja im Prinzip die Hälfte der Arbeitsstellen eines solchen Supermarktes behinderten Menschen zur Verfügung … und das mit all dem, was damit zusammenhängt: mit der Betreuung, mit der Eingliederung ins Team, mit der Ausbildung, mit der Weiterqualifizierung und des Eingehens auch auf ihre besondere Situation.

Autor: Die Diakonie ist der praktische Arm der Evangelischen Kirche. Sie sucht immer wieder neue Wege, das Wort von der Nächstenliebe in die Tat umzusetzen. Im Cap-Markt ist das auf besondere Weise gelungen. Kunden, wie Frau Lange aus der Nachbarschaft, wissen das zu schätzen:

O-Ton: Piepsen des Kassenscanners

O-Ton: Ja, ich hab mich vorher informiert, stand ja genug in der Zeitung. Also das ist sehr hervorragend, dass es so was gibt. Aber ist sehr schön hier, auch ordentlich alles und sauber. Doch. Sehr nett.

 

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