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Gott sei Dank!
Guten Morgen, liebe Hörerin, lieber Hörer, ein Mann, eine Erfolgsgeschichte. Verraten und verkauft von den eigenen Brüdern.
Für tot erklärt, macht in einem anderen Land fern der Familie Karriere. Dringt vor in oberste Regierungskreise. Die Frau seines Chefs möchte mit ihm eine Affäre beginnen. Er lässt sich nicht darauf ein, wird aber dennoch verhaftet. Er sagt wirtschaftlich schlechte Zeiten voraus. Weil er Recht behält und das Land sich darauf einstellen kann, kommt er aus dem Gefängnis frei und klettert noch weiter auf der Karriereleiter. Jahre später führt die Wirtschaftskrise seine Brüder zufällig zu ihm. Er versöhnt sich mit ihnen.
Eine Geschichte aus der Bibel, die das Leben schrieb. Filmreif. Vielfältig künstlerisch umgesetzt. Der für heute ausgeloste Bibelvers der Herrnhuter Tageslosung ist der rote Faden, der sich durch sie hindurchzieht: Der Herr half Josef und bei allem, was Josef tat, gab der Herr ihm Glück. (1. Mose 39, Vers 21)
Das hebräische Wort an der Stelle meint nicht einfach: Da hat einer halt mal oder auch öfter mal zufällig Glück gehabt. Es bedeutet soviel wie was er anpackt, gelingt ihm oder es geht ein Segen von ihm aus oder Gott lässt ihm alles zum Guten gereichen. So wird natürlich das Leben des Josef im Nachhinein gedeutet. In dem Moment, als seine Brüder ihn verraten haben oder als er in Haft saß, wird Josef selbst nicht das Gefühl gehabt haben, dass es Gott gerade jetzt gut mit ihm meint. Das erkennt man meist erst hinterher, im Rückblick: Manches, was im ersten Moment als unüberwindliches Hindernis erschien oder gerade nochmal gut gegangen ist, stellt sich dann als wichtiger Abschnitt oder einschneidendes Erlebnis für das weitere Leben heraus. Dann einfach zu sagen: Glück gehabt, ist vielleicht ein bisschen wenig.
Ganz anders klingt ein Gott sei Dank. Sicher nicht jedes Mal, wenn man den Bus noch grade erwischt hat oder wenn es beim Bäcker abends noch ein Brot gibt. In meiner Familie war es früher verpönt, im Alltäglichen leichtfertig ein Gott sei Dank auf den Lippen zu haben, also Gott für die Kleinigkeiten des Lebens in Anspruch zu nehmen. Was die Josefsgeschichte der Bibel uns aber vormacht: Es ist gut, Gott im Rückblick auf ein einschneidendes Ereignis oder auf einen Lebensabschnitt zu danken. Oder ihn zu loben, wenn man in fortgeschrittenem Alter Bilanz zieht - zu loben für das, was er in meinem Leben bewirkt hat. . Im Neuen Testament schreibt der Apostel Paulus: Ich habe gepflanzt, Apollos hat gegossen, aber Gott hat das Wachsen gegeben. (1. Korinther 3,6)
So geht das zusammen. Natürlich brauchen wir unseren Verstand, unsere Gaben und Fähigkeiten, damit unser Leben gelingt. Natürlich war Josef - wie wir in der Bibel lesen - ein smarter junger Mann mit Charakter, intelligent, weitsichtig und vorausschauend, mit politischem Instinkt. Natürlich wurde er gefördert und profitierte von seinen Beziehungen. Aber dass sich alles, was er erlebt hat, so ineinandergefügt hat, das schreibt die Erzählung Gott zu. Eigentlich passt die Geschichte auch gut zum Erntedank, den wir in diesen Tagen feiern. Sie erzählt von dem, was wir in unserem Leben an Ernte einfahren, und davon, dass wir das letztlich Gott zu verdanken haben.
Dass Sie entdecken, was Gott Ihnen heute gibt zum Glück, das wünscht Ihnen Pfarrerin Barbara Schwahn aus Düsseldorf.
Gott sei Dank!
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