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Kirche im Knast
Jeder Mensch hat das Recht, seine Religion frei auszuüben. So steht es im Grundgesetz, und natürlich gilt dieses Menschenrecht auch im Gefängnis.
Deshalb finden selbst hinter Gefängnismauern regelmäßig Gottesdienste statt.
O-Ton:Ich arbeite gerne hier im Gefängnis weil ich den Eindruck habe, dass dieses Gefängnis hier ein Ort ist, wo Kirche sehr gebraucht wird.
Sprecher: Pfarrerin Eva Schaaf ist eine von bundesweit 300 evangelischen Gefängnisseelsorgern. In der JVA Köln Ossendorf redet sie mit den Gefangenen und feiert mit ihnen am Wochenende Gottesdienst. Für die Häftlinge eine willkommene Abwechslung 600 bis 700 kommen dann in der Gefängniskirche. Darunter nicht nur Christen. Wolkan zum Beispiel ist Moslem. Zusammen mit Eva Schaaf und einigen Mitgefangenen bereitet er regelmäßig den Gottesdienst vor.
O-Ton: Ich glaube, dass ich draußen Gott verlassen habe, dass ich Gott nicht mehr treu geblieben bin. Und dass ich hier von ihm ein Zeichen bekommen habe und er mir gesagt hat: Junge, du musst mal ein bisschen näher kommen.
Sprecher: Zur Gottesdienstgruppe von Eva Schaaf gehört auch Michelle:
O-Ton: Also es hilft mir hier drinnen eigentlich auch ganz schön. Man wird auch reifer, man denkt auch mehr nach über die Sachen die man macht. Man trägt auch mehr Verantwortung, weil man sich hier drinnen auch mehr erkämpfen muss wie jetzt Lockerungen oder ein Stück von der Freiheit überhaupt mal wieder zu sehen.
Sprecher: Auch die Gottesdienstgruppe ist so ein Stück Freiheit, das aber nicht selbstverständlich ist. Wer hier mitmachen will so wie Michelle und Wolkan - braucht dafür die Erlaubnis der Gefängnisbeamten. Die Seelsorger dürfen nicht über die Gefangenen entscheiden. Aber: Sie können für sie da sein.
Sprecher: Daniel Schneider
Kirche im Knast
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