Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

22.08.12; Claudia Maier

Revolution verschoben

Schnulze/Kitsch pur. Jennifer Aniston, ein attraktiver Mann, ein niedlicher Hund. Manchmal auch ein niedliches Baby.

Ich liebe diese Filme, bei denen am Ende alles gut wird. Dabei habe ich immer über meine Mutter gelacht, wenn sie sich Rosamunde Pilcher Filme angeschaut hat. Jetzt bin ich selbst nicht mehr soweit davon entfernt. Und ich frage mich, was das ist: Dieses Bedürfnis nach heiler Welt und Sonnenschein.

Für mich ist das wie ein Kurzurlaub von der Realität, in der ständig etwas Neues passiert: Meine Freundin zieht in eine andere Stadt,   Beziehungen beginnen und gehen zu Ende, der Küchenboden muss mal wieder gewischt werden und die Finanzkrise habe ich auch noch nicht verstanden. Das Grundrauschen meines Lebens.

Gute Unterhaltung ist, wenn das Rauschen Pause hat. Damit ist zwar nichts gelöst, aber nach einer kleinen Auszeit kann ich die Dinge entspannter angehen. Das habe ich so auch einem Freund von mir erklärt, als ich ihn in so eine Liebesschnulze ins Kino schleifte. Der hat mich dann gefragt: „Was ist das denn für eine Welt, in der du dich von einer blödsinnigen Liebesgeschichte berieseln lassen musst, um dich erholen zu können, damit du dann wieder funktionieren kannst?“
Ein Schlag ins Gesicht. Ein kluger Gedanke. Ganz kurz schreit es in mir: Revolution!  Aber dann gucke ich erstmal den Film.

Sprecherin: Alexa Christ

Audiobeitrag Revolution verschoben


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