Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

07.08.12; Daniel Schneider

Olympia: Turnen

Eine uncoolere Sportart als diese gab es für mich lange nicht: Geräteturnen! Mann, die Schweißperlen traten mir direkt auf die Stirn,

als ich in die Sporthalle kam und schon sah, dass mein Sportlehrer das große Besteck aufgebaut hatte: Barren, Ringe, Kasten und den Bock. Und wir Jungs sahen an den Geräten immer so ein bisschen aus wie Witzfiguren. Da schaue ich mir doch lieber die rhythmische Sportgymnastik der Frauen an.

Obwohl, seit einigen Jahren ist der TurnSport richtig cool geworden. Fabian Hambüchen heißt der junge Mann, der durch die Luft wirbelt und als Höchstleistungssportler einen Turnwettkampf nach dem anderen gewinnt und auch bei den Olympischen Spielen in London am Start ist. Und bei dem sieht das gar nicht so uncool aus: Ein ordentliches Muskelpaket, dieser Hambüchen. Klein, kompakt und mit einem unglaublichen Koordinationsvermögen gesegnet.

Ich dagegen bin zu groß und zu unbeweglich. Und ich musste mir eingestehen: Eigentlich fand ich Turnen uncool, weil ich es selber nicht konnte. Das geht mir übrigens nicht nur beim Turnen so. Und das ist das eigentlich uncoole: Nur weil ich etwas nicht kann oder nicht mag, heißt das ja noch lange nicht, dass es auch wirklich schlecht, out oder total daneben ist. 

"Gott hat jedem von uns unterschiedliche Gaben geschenkt", steht in der Bibel. Und unterschiedlich heißt in dem Fall nicht,  dass der Eine Glück gehabt hat, beidfüßig schießen kann und deshalb der nächste Ronaldo wird und der Andere hat Pech und muß nun an den Ringen herumturnen. Nein, ich glaube Gott gibt neben den Gaben auch die nötige Portion Spaß dazu. Und Spaß kombiniert mit deinen Begabungen .... Das kann was richtig Großes werden.

Sprecher: Daniel Schneider

Audiobeitrag Olympia: Turnen


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