Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

27.07.12; Kerstin Hanke

Lass uns Freunde bleiben?

Wir kennen sie alle. Diese No Gos. Nett. Zum Beispiel. Geht eigentlich überhaupt nicht. Nett... ist überhaupt nicht nett.

Wer nur nett ist, verschwindet hinter seiner Nettigkeit. Ist nicht spannend, aufregend, attraktiv. Aber noch fieser ist der Satz. Lass uns Freunde bleiben.

Klar. Dann heult man sich das Gehirn aus dem Kopf. Denn statt einer großen Liebe hat man nun einen Freund mehr. Schön, wenn das für manche funktioniert. Aber bei mir hat das leider nie geklappt. „Lass uns Freunde bleiben. „ Das war immer nur eine Umschreibung für „eigentlich will ich dir ja nicht zu sehr weh tun.“ Und das wirklich fiese daran ist: Wenn du nicht bereit bist, den andern loszulassen, deine Liebe loszulassen, dann klammerst du dich an dieses „Lass uns Freunde bleiben“ und hoffst, dass sich was ändert, dass da mehr ist, dass alles wieder von vorn beginnen kann. Und das, weißt du eigentlich, tief in dir drin, stimmt nicht. Wird nie stimmen.

Wie beerdigt man eine vermeintliche Liebe? Nicht mit Freundschaft. Wahrscheinlich eher mit  Radikalität. Das meint nichts anderes als das Übel an der Wurzel zu packen und auszureißen. Lass die Toten ihre Toten begraben und folge mir nach, hat Jesus mal sehr scharf gesagt.  Wenn eine Liebe tot und begraben ist, dann ist sie das. Auch wenn das sehr weh tut.

Sprecherin: Alexa Christ

 

Audiobeitrag Lass uns Freunde bleiben?


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