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Väter... Väter ...(Vater unser)
Charles Francis Adams, Politiker, Jurist und Diplomat in den USA des 19. Jahrhunderts und Sohn des 6. Präsidenten - ein Mann, arbeitsam und eifrig.
In seinem Tagebuch heißt es: War mit meinem Sohn fischen - ein vergeudeter Tag!. Sein Sohn, Brook Adams, schrieb zu dieser Zeit auch schon Tagebuch - dieses wurde später veröffentlicht. Am selben Tag lautete sein Eintrag: War mit Papa fischen - der schönste Tag meines Lebens
(frei erzählt nach einer Geschichte, gefunden bei http://www.sermonillustrations.com)
Spüren Sie den Schmerz in dieser Geschichte? Ich spüre ihn. Ich bin Vater. Von zwei Kindern. Wenn ich mich in meiner Seelsorgeausbildung mit dem Vatersein beschäftige und auch mit Verletzungen durch Väter, dann kommt ein dumpfer Schmerz in mir hoch: Meine Güte, was mache ich alles falsch! Und schlimmer: Was habe ich schon alles falsch gemacht und kann es nicht ausradieren aus den Herzen meiner Kinder! Ich kann nur etwas dagegen setzen, um Vergebung bitten
Seit vielen Jahrzehnten macht das Wort von der vaterlosen Gesellschaft die Runde. Alexander Mitscherlich hat es geprägt - und viele Kinder haben es erfahren. Der Vater ist abwesend, früher durch den Krieg, heute beruflich oder komplett durch Trennung der Eltern. Er ist emotional distanziert, manchmal gewalttätig, selten, aber um so grausamer: missbrauchend. Viele Väter sind unsicher. Und geben die Unsicherheit an ihre Kinder weiter. Dabei ahnen sie gar nicht, wie wertvoll sie für ihre Kinder sind. Und was ihnen so klein und unbedeutend erscheint, das ist vielleicht für die Kinder großartig und bedeutsam
wie zum Beispiel: Fischen gehen.
Je nachdem welche Erfahrung ich mit meinem Vater gemacht habe und mache, sieht auch mein Vaterbild sehr unterschiedlich aus. Manchmal gut und mit dankbaren Gefühlen verknüpft - oft aber auch getrübt oder sogar tragisch. Und dann kommt die christliche Kirche und nennt Gott Vater. So beginnt das wichtigste Gebet der Christenheit, das Jesus gebetet hat: Vater-Unser. Wörtlich heißt es in der Bibel: Abba - das heißt: Lieber Vater, Papa im Himmel. Himmel meint die für uns unsichtbare Welt. Nicht sichtbar und doch immer gegenwärtig. Lieber Vater also. So hat Jesus Gott angeredet und so dürfen Männer und Frauen, die diesem Jesus vertrauen heute ihr Gebet beginnen. Das ist einmalig in der Religionsgeschichte. So nah, so liebevoll, fast intim darf man sonst Gott nicht ansprechen. Hier geht es offenbar um eine einzigartige, eine vertrauens- und liebevolle Beziehung, von der Jesus spricht und die er vermitteln möchte.
Und doch: Lieber Vater! Bei dem Begriff müssen nicht wenige schlucken. Ich habe Menschen erlebt, die konnten das zuerst gar nicht beten, weil sie damit Gott sofort in eine negative Schublade steckten
Da wird das Zärtliche und Nahe zur bitteren Erinnerung an den eigenen Vater. An den Vater der fehlte. Oder an Schläge, Unverständnis, Distanz. Man kann das Vater-Unser aber auch beten und damit einem neuen, einem anderen, einem heilsamen Vaterbild im Herzen Platz machen. Jesus zeigt uns einen anderen Vater. Er beschreibt ihn in bunten Farben. Als konsequent und gerecht - als liebevoll zugewandt, menschenfreundlich, vergebend. Untersuchungen zeigen, dass viele Christen dieses Vaterbild letztlich als Kontrast, als heilsames neues Bild für einen Vater in ihrem Leben erfahren. Dass Gott das verletzte Herz heilen und die Vaterwunde schließen möchte. Über jedem Vater - egal wie er war, steht Gott, der Vater. Ganz anders. So kann die erste Zeile des Vater-Unser mehr und mehr zum Balsam für die Seele werden. Das wünscht Ihnen Ihr Pastor Christof Lenzen aus Eschweiler.
Väter... Väter ...(Vater unser)
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