|
Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder...
Heute ist Samstag, da sind die Kinder zuhause und ich auch. Ausschlafen am Samstag? Fehlanzeige - wie jeden Morgen. Papa, vorlesen!
Mhm. Ist doch erst 10 nach 6. Papa vorlesen, das hier! Jaja, gleich, lass mich erstmal die Augen aufkriegen. Paapaaa! Und ich frage mich schon am Morgen: Was hat Jesus gemeint, als er sagte: Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen?
Meint Jesus etwa: so penetrant in unseren Bitten werden, wie die Kinder morgens, wenn es ums Vorlesen geht? Nicht so schnell aufgeben Dranbleiben?
Beim Anziehen wird gemault. Nein, das nicht. Andere Hose. O-k, andere Hose. Aber beim Zähneputzen heißt es einfach: Das muss sein, ob du willst oder nicht. Sagt sich so einfach, doch manchmal wird richtig gekämpft. Denn Kinder haben ihren eigenen Kopf und was sie nicht wollen, das wollen sie nicht.
Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder
Meint Jesus etwa das: Lass dich in deinem Leben nicht verbiegen für die Interessen anderer Leute? Aber ich weiß auch: Manchmal muss es sein, dass ich mich anpasse.
Beim Frühstück wird das Essen untersucht und in seine Bestandteile zerlegt. Lass das jetzt einfach mal und iss! Doch es nutzt nichts. Die Neugier ist zu groß. Was passiert eigentlich, wenn ich hier auf den Löffel hau? Und schon spritzt die Milch über den ganzen Tisch. Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder
Hat Jesus diese unersättliche Neugier der Kinder gemeint, die noch über Kleinigkeiten staunen können?
Dann wird gespielt. Das Küchensieb wird zum Ritterhelm oder der Kochlöffel zum Zauberstab. Kinder sind spontan und kreativ. Versunken im Spiel können sie alles um sich herum vergessen. Manchmal leidet sogar die Tapete unter ihrer Kreativität. Sie überlegen nicht lange und schätzen alles bis ins Detail ab, sondern sie machen einfach mal, während es bei mir Hemmschwellen gibt. Hemmschwellen, die mir manchmal auch im Weg sind. Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder
ja, und wenn ich ein wenig von meinem Hang zum Perfekten über Bord werfen würde und einfach mal machen würde? Mich spielerisch auf die Herausforderungen des Tages einlasse?
Es klingelt. Unsere beiden stürzen zur Tür. Hey, ihr wisst doch gar nicht wer das ist! Ein bisschen Vorsicht müssen sie noch lernen. Genauso wie sie zur Tür gestürzt sind, genauso reißen sie auch das kleine Geschenk auf, was sie bekommen. Da gibt es kein: Das wär doch nicht nötig gewesen oder sonst eine Höflichkeitsfloskel, sondern sie freuen sich einfach über den Besuch und das Geschenk. Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder
Unvoreingenommen, direkt und fröhliche Nehmer. Und ich merke einmal mehr, wie viel ich von den Kindern lernen kann.
Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder...
|