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Wut ist nicht gut
Wut ist nicht gut. Darin sind sich alle einig: Meine Kollegin zum Beispiel ist seit neuestem totaler Meditationsfreak und will mir immer irgendeine Übung zeigen,
damit ich gleichmütig und gelassen werde und eine höhere Bewusstseinsstufe erreiche. Oder so.
Dabei bin ich schon von jeher gerne mal richtig wütend. Als Kind habe ich mich furchtbar mit meinem Cousin in die Haare gekriegt, weil der meinen Spielzeugdino zertreten hatte. Meine fromme Oma hat da ganz traurig den Kopf geschüttelt und was von Nächstenliebe erzählt und dass ich mein Schicksal annehmen soll. Und der Dino natürlich auch! Meine Ärztin sagt, Aggression ist Gift für den Blutdruck: wer sich ärgert, stirbt früher. Bestimmt macht Wut auch dick. Und bestimmt haben sie alle irgendwie recht, man kann sich ja auch über Kleinigkeiten unnötig schwarz ärgern.
Aber ohne Wut geht es doch nicht. Es gibt auch Wut, die ist gut und wichtig, weil sie berechtigt ist. Und so eine Wut macht bestimmt nicht dick, sondern setzt Dinge in Bewegung. Vielleicht ganz große, dann gibt es Demos und Revolution. Vielleicht eher kleine. Dann haut eine untergebutterte Ehefrau zuhause endlich mal mit der Faust auf den Tisch. Solche Wut ist wichtig und vielleicht sogar ein Geschenk des Himmels.
Sprecherin: Alexa Christ
Wut ist nicht gut
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